Andrew Manze: Kein Musikhistoriker, aber ein bewusster Musiker

Früher war er ein Geiger der Alten Musik, doch als «historisierender» Musik-Spezialist versteht er sich nicht. Denn inzwischen ist Andrew Manze Dirigent geworden und versteht die ästhetischen Kategorien viel offener als früher.

Andrew Manze ist nicht als Barockgeiger zur Welt gekommen, hat vor Bach und Co. bereits die gross besetzte Musik gespielt. Trotzdem ist Manzes Ohr durch die Erfahrungen mit der Alten Musik ein anderes geworden: Ein Sinfonieorchester, das er leitet, sollte wie ein Streichquartett miteinander kommunizieren und der Klang entsprechend licht sein. Und auch giesst Andrew Manze ein Streicher-Vibrato nicht wie eine Sauce über die Musik, sondern versteht es als Gewürz. Gerade bei so gross besetzten Werken wie denjenigen von Brahms und Berlioz.

Johannes Brahms: Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 83
Hector Berlioz: Symphonie fantastique op. 14

NDR Radiophilharmonie
Andrew Manze, Leitung
Nicholas Angelich, Klavier

Konzert vom 8. Mai 2015, Grosses Studio des NDR, Hannover