Engel und Teufel, Himmel und Hölle – und ein Wal

Nichts lässt der Komponist Giacomo Carissimi aus, wenn es gilt, seinem Publikum etwas plastisch vor Augen zu führen: Sei es ein Meeressturm, sei es der Triumphgesang der Teufel.

Während in Venedig nach 1600 die Oper aufblüht, entsteht in Rom gleichzeitig das Oratorium: die musikdramatische Darstellung von meist biblischen Episoden, allerdings nur konzertant, meist lateinisch und bestimmt für die religiöse Erbauung (bei der jedoch der Aspekt der Unterhaltung nicht fehlt). Carissimis Oratorien über den Propheten Jonas im Bauch des Walfischs oder über den schlechten Reichen, der in die Hölle fährt, arbeiten gern mit dramatischen Effekten; die Dialoghi seines Kollegen Domenico Mazzocchi sind dagegen eher lyrisch gestimmt.

Das Römer Ensemble Concerto Romano präsentierte mit einer allzu raren Aufführung die unterschiedlichen Welten der beiden Komponisten.

Römische Oratorien und Dialoghi

Giacomo Carissimi: Jonas. Oratorium
Domenico Mazzocchi: Dialogo di Lazaro
Domenico Mazzocchi: Dialogo della Maddalena
Giacomo Carissimi: Dives malus. Oratorium

Concerto Romano
Alessandro Quarta, Leitung

Konzert vom 8. März 2015, Kirche St. Peter, Zürich
(Festival Alte Musik)

Redaktion: Mariel Kreis