Geistliche Musik des Originalgenies

Carl Philipp Emanuel Bach war einer der originellsten musikalischen Köpfe seiner Zeit. Das ist auch in dem geistlichen Werk zu hören, das Jordi Savall, der spanische Altmeister der Alten Musik, für sein Geburtstagskonzert des Bach-Sohnes ausgesucht hat.

20 Jahre liegen zwischen Carl Philipp Emanuel Bachs «Magnificat» und dem Oratorium «Die Israeliten in der Wüste». Während Bach das erste Stück vielleicht als Bewerbung für die Stelle des Leipziger Thomaskantors schrieb (als Nachfolger seines Vaters, was Carl Philipp Emanuel freilich nie wurde), entstand das Oratorium zwei Jahrzehnte später in Hamburg. Beide Stücke sind modern in ihrer Zeit: Beim Magnificat sucht Bach hörbar Wege, die den barocken Kontrapunkt hinter sich lassen und bereits in Richtung Klassik vorausweisen. Und beim Oratorium verabschiedet sich Bach gar vom Kirchenraum: Die vertonte Geschichte des biblischen Exodus wollte er ausdrücklich auch im Konzertsaal aufgeführt wissen.

Carl Philipp Emanual Bach: Magnificat Wq 215

Carl Philipp Emanuel Bach: Die Israeliten in der Wüste. Oratorium Wq 238

Manfredo Kraemer, Concertino
La Capella Reial de Catalunya
Finalisten der 4. Acadèmia de formació professional de Recerca i d'Interpretació musical
Le Concert des Nations
Leitung: Jordi Savall

Konzert vom 7. Mai 2014 in der Pau Casals Halle, L'Auditori, Barcelona

Redaktion: Gabriela Kaegi