Hector Berlioz’ monumentale «Trojaner» in Wien

Dass sein Name nicht selbstverständlich in einem Zug mit Rossini, Wagner oder Verdi genannt wird, liegt nicht an seinem Können, sondern an seiner unbequemen Sprengkraft: Hector Berlioz, der vor 150 Jahren gestorben ist.

Symbol auf Grün
Bildlegende: SRF / Sébastien Thibault

Denn auch wenn Berlioz ein traditionsbewusster Musiker war, hat er sich immer wieder gegen die Traditionen gestellt. Und verwirrt dadurch bis heute. Dementsprechend selten wird ein Stück wie Berlioz' Vertonung des antiken Vergil-Epos' aufgeführt, obschon es eines seiner Hauptwerke ist. «Les Troyens» («Die Troianer») verweigert sich einfachen Zugängen, nur schon durch die Dauer dieses fünfaktiven Monumentalwerks (das locker an eine Wagner-Oper herankommt).
Zu entdecken sind Figuren, die nicht jeden Tag auf der Opernbühne zu finden sind: einen als Zyniker vorgeführten Aeneas etwa, vor allem aber zwei starke, vielschichtige Frauencharaktere: Die Seherin Cassandra und Königin Dido.

Hector Berlioz: Les Troyens. Grand Opéra in 5 Akten nach Vergil

Orchester und Chor der Wiener Staatsoper
Slowakischer Philharmonischer Chor
Alain Altinoglu, Leitung
Brandon Jovanovich, Tenor (Aeneas)
Joyce DiDonato, Mezzosopran (Dido)
Adam Plachetka, Bariton (Chorebus)
Peter Kellner, Bass (Pantheus)
Jongmin Park, Bass (Narbal)
Paolo Fanale, Tenor (Iopas)
Rachel Frenkel, Sopran (Ascanius)
Monika Bohinec, Mezzosopran (Cassandra)
Szilvia Vörös, Alt (Anna)
Benjamin Bruns, Tenor (Hylas)
Alexandru Moisiuc, Bass (Priam)
Tamara Dornelas, Sopran (Polyxena)
Donna Ellen, Sopran (Hecuba)
u.a.

Aufführung vom 14. Oktober 2018, Staatsoper Wien

Die Oper steht bis 30 Tage nach Sendetermin zum Nachhören zur Verfügung.

Redaktion: Gabriela Kaegi