«Lachrymae» vom Boswiler Musiksommer

Melancholie – das Lebensgefühl der englischen Renaissance findet in den Lautenstücken von John Dowland womöglich den treffendsten Ausdruck. «Semper Dowland, semper dolens» - so umschreibt sich der Lautenvirtuose und Komponst selbst in einer seiner Kompositionen: Immer Dowland, ständig leidend.

Symbol auf Grün
Bildlegende: SRF / Sébastien Thibault

Das Kammerensemble CHaarts, das im aargauischen Boswil seine Heimatbasis hat, hat den international bekannten Lautenisten Rolf Lislevand und die Sängerin Sophie Klussmann ans Festival eingeladen, um die Melancholie in all ihren Facetten auszukosten, ganz besonders in John Dowlands Meisterwerken über das Thema «Flow my tears», den Lachrymae-Pavanen. Beziehungsreich dazu gesetzt: die Streichermusik von Britten und Pärt, als Antwort aus den 20. Jahrhundert. Die Gäste liessen es sich aber nicht nehmen, auch das Gegenmittel zur schwarzen Galle der melancholischen Insulaner in die Alte Kirche Boswil zu tragen – südliche Lebenslust und italienischen Übermut.

John Dowland: «Seven Tears» für Streicher
John Dowland: Lieder für Sopran und Laute
Arvo Pärt: «Fratres» für Violine solo und Streichorchester
Tarquinio Merula: Foll'é ben
Barbara Strozzi: L'Eraclito amoroso
Luigi Rosso: La bella piú bella
Henry Purcell: Oh! Let me weep
Benjamin Britten: «Lachrymae» op. 48. Reflections on a song of Dowland für Viola und Streichorchester

Chaarts Chamber Artists
Gábor Takács-Nagy, Leitung
Sophie Klussmann, Sopran
Rolf Lislevand, Laute
Max Baillie, Viola
Felix Froschhammer, Violine

Konzert vom 1. Juli 2018, Alte Kirche, Boswil

Das Konzert steht bis 30 Tage nach Sendetermin zum Nachhören zur Verfügung.

Moderation: Michael Schwendimann, Redaktion: Marianne Lehner