Michaël Levinas: La Passion selon Marc. Passion après Auschwitz

Eine Passion für unsere Zeit, 500 Jahre nach Beginn der Reformation und auch nach Auschwitz. Denn bereits Luther hatte antijüdische Ressentiments.

Eine Passion nach Auschwitz
Bildlegende: Michaël Levinas Passion nach Auschwitz Keystone

Der französische Komponist Michaël Levinas hat die Herausforderung angenommen, eine Passionsgeschichte zu komponieren aus Anlass des Reformations-Jubiläums.
Doch wie mit dem Thema umgehen, wenn Luther selbst ein zwiespältiges Verhältnis zum Judentum hatte? Wenn für ihn Jesus Christus «ein geborener Jude» war (nach einer Schrift des Reformators von 1523). Und Luther damit den Antijudaismus mit Folgen bis ins 20. Jahrhundert thematisierte?

Michaël Levinas macht in seinem Werk eine dramaturgische Klammer: Seine Passion nach der Erzählung des Markus-Evangeliums beginnt mit jüdischen Gebeten und schliesst mit Gedichten von Paul Celan, dem jüdischen Shoah-Poeten.

Orchestre de Chambre de Lausanne
Ensemble Vocal Lausanne
Marc Kissóczy, Leitung
Magali Léger, Sopran (Mutter)
Marion Grange, Sopran (Maria Magdalena)
Guilhem Terrail, Countertenor (Evangelist)
Mathieu Dubroca, Bariton (Jesus)

Aufnahme der Uraufführung vom 12. April 2017, Eglise Saint-François, Lausanne

Das Konzert steht bis 30 Tage nach Sendetermin zum Nachhören zur Verfügung.

Redaktion: Corinne Holtz