Othmar Schoeck: Das Schloss Dürande

Niemals mehr werde dieses Stück auf eine Bühne kommen, erklärte der Othmar Schoeck-Biograph Chris Walton einmal: Die Oper «Das Schloss Dürande», 1943 in Berlin uraufgeführt mitten im Weltkrieg und durchtränkt von ihrer Nähe zu Nazi-Deutschland.

Symbol auf Blau
Bildlegende: SRF / Sébastien Thibault

Falsch. Anfangs Sommer 2018 hatte «Das Schloss Dürande» eine Bühnen-Wiedergeburt. Als konzertante Aufführung im Stadttheater Bern und dirigiert von Mario Venzago, der sich stark gemacht hatte für dieses «verlorene» Werk mit seiner eindrücklichen Musik.

Dass die Oper nicht mehr tragbar war, liegt am ursprünglichen Libretto mit seinen Plattheiten, die sich Nazideutschland anbiederten. Für die Berner Produktion aber hat der Schriftsteller Francesco Micieli aufgeräumt: Weg mit pathetischen Stabreimen und anderem braunen Kitsch, dafür Rückkehr zur Welt des Romantikers Joseph von Eichendorff, auf dem das Stück basiert.
Die Aufführung dieser rückübertragenen, alt-neuen Eichendorff-Oper wurde aufgenommen, die Einspielung erscheint anfangs 2019 beim Label Claves als Koproduktion mit SRF 2 Kultur. Diese Produktion ist hier zu hören.

Oper in 4 Akten nach einer Novelle von Joseph von Eichendorff (Neufassung des originalen Librettos von Hermann Burte durch Francesco Micieli)

Berner Symphonieorchester
Chor Konzert Theater Bern
Mario Venzago, Leitung
Uwe Stickert, Tenor (Armand)
Sophie Gordeladze, Sopran (Gabriele)
Robin Adams, Bariton (Renald Dubois)
Andries Cloete, Tenor (Der alte Graf)
Hilke Andersen, Mezzosopran (Priorin)
Ludovica Bello, Mezzosopran (Gräfin Morvaille)
Jordan Shanahan, Bariton (Nicolas, Alter Diener)
Todd Boyce, Bariton (Wildhüter)
Michael Feyfar, Tenor (Gärtnerbursche)
u.a.

Konzertante Aufführung vom 31. Mai 2018, Stadttheater
Bern

Die Oper steht bis 30 Tage nach Sendetermin zum Nachhören zur Verfügung.

Redaktion: Corinne Holtz