Philippe Jordan dirigiert Berlioz

Staraufgebot in Paris mit Jonas Kaufmann und Bryn Terfel für Berlioz‘ Faust-Vertonung.

Als der junge Hector Berlioz den «Faust» von Goethe in einer französischen Übersetzung kennenlernt, ist das für den Komponisten wie ein Schock: Berlioz gibt das Buch nicht mehr aus den Fingern, liest beim Essen wie auch beim Spazieren. Es dauert allerdings ganze 20 Jahre, bis Berlioz dann diese besondere Partitur fertigstellen kann: Besonders, weil Berlioz mit «La Damnation de Faust» eine «Oper» komponiert, die wegen ihrer nicht sehr stringenten Handlung und den umfangreichen Orchester-Solo-Passagen weniger für die die Bühne gedacht ist, sondern für den Konzertsaal.

In Paris hat sie der Dirigent Philippe Jordan dennoch in der Opéra Bastille aufgeführt, zusammen mit einer erlesenen Sänger-Crew und als Auftakt einer auf mehrere Saisons angelegten Berlioz-Reihe.

Hector Berlioz: La Damnation de Faust. Dramatische Legende op. 24

Chor und Orchester der Opéra Bastille
Philippe Jordan, Leitung
Jonas Kaufmann, Tenor (Faust)
Sophie Koch, Mezzosopran (Marguerite)
Bryn Terfel, Bassbariton (Méphistophélès)
Edwin Crossley Mercer, Bass (Brander, ein Student)
Sophie Claisse, Sopran (Voix céleste)

Aufführung vom 15. Dezember 2015, Opéra Bastille, Paris

Redaktion: Gabriela Kaegi