The Gospel, ein Oratorium von John Adams

Nein, er sei überhaupt kein religiöser Mensch, sagt der Komponist John Adams. Für ihn sei die Bibel wie andere Bücher mit grossen Erzählungen, etwa wie Mahabarata oder die isländischen Sagen.

Der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel.
Bildlegende: Der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel. Mathew Imaging

In seinem neuen Oratorium erzählt er (zusammen mit dem Regisseur Peter Sellars) die Passionsgeschichte neu. Und zwar aus der Sicht der Frauen. Als da sind Maria Magdalena, ihre Schwester Martha, und der dritte im Bunde ist Bruder Lazarus. Es sind Menschen, die durch ein heutiges Leben straucheln. So beginnt es.

Dabei benutzten Sellars und Adams - neben der Bibel - vor allem heutige Texte, politische Texte wie die der Anführerin der katholischen Arbeiterbewegung, Dorothy Day oder Lyrik von Louise Erdrich. Dabei werden aus den Kranken und Armen des Evangeliums Ausgestossene unserer Zeit: Obdachlose, vergewaltigte Frauen, Drogensüchtige. Gleich zu Beginn führen uns die zwei in ein Gefängnis, wo Maria Magdalena verhaftet und auf Drogen untersucht wird.

 

John Adams: The Gospel According to the Other Mary

Ein Oratorium für Soli, Chor und Orchester

Kelly OConnor: Mary Magdalene

Tamara Mumford: Martha

Russell Thomas: Lazarus

Daniel Bubeck: Erzähler

Brian Cummings: Erzähler

Nathan Medley: Erzähler

Los Angeles Master Chorale

Los Angeles Philharmonic

Ltg: Gustavo Dudamel

Aufnahme vom 20.03.13, Lucerne Festival Ostern

Redaktion: Gabriela Kaegi