Bilderbuch: Es war einmal eine Band, die Märchen vertonte

Eine der bezauberndsten Bands aus Österreich hat ihren Sound den Märchen zu verdanken: Früher haben Bilderbuch Märchen vertont und so ihren unverkennbaren Sound gefunden. Im Interview erzählt Sänger Maurice Ernst, dass er irgendwann wieder zu den Märchen zurückkehren will.

Bilderbuch-Sänger Maurice Ernst sinniert über Märchen und hat ein fesches rotes Hemd an. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bilderbuch-Sänger Maurice Ernst sinniert über Märchen und hat ein fesches rotes Hemd an. Bilderbuch

Ohne Märchen wären Bilderbuch heute nicht da, wo sie sind

Zuerst dachte ich an einen cleveren Marketing-Gag: «Bilderbuch heissen Bilderbuch, weil sie am Anfang ihrer Karriere Märchen vertont haben», heisst es in verschiedenen Artikeln über die Band. Näheres dazu habe ich aber nirgends gefunden und darum habe ich Sänger Maurice Ernst im Interview genau auf das angehauen.

«Das ist wahr und ist aus einer Mischung aus Hilflosigkeit und Idee entstanden», sagt Maurice. Ich würde im Netz Aufnahmen von damals finden, wenn ich nach «Suppenkasper», einer Geschichte aus dem Struwwelpeter suche. Und tatsächlich: Gesucht, gefunden!

Die Märchen haben der Band geholfen, ihren Sound zu finden

Dass sie zusammen Musik machen wollen war klar. Dass sie Gitarre, Bass und Schlagzeug spielen können war klar. Und dass sie auf Deutsch texten wollten, war auch klar. Aber wie sollten die Texte daherkommen? Und wie sollte die Musik klingen? So tocotronicmässig wäre eine Nummer zu gross, sagten sich die Jungs, die damals erst zwischen 14 und 15 Jahre alt waren. Also haben Bilderbuch die Geschichten aus dem Struwwelpeter hervorgeholt und diese vertont.

«  Wir waren eh noch fast Kinder. Also haben wir uns gesagt, dass wir Märchen vertonen. Das hat uns abgehoben von den anderen Bands aus Österreich. »

Maurice Ernst
Bilderbuch

Die Struwwelpeter-Geschichten seien in Österreich populär, erzählt Maurice weiter. Die kenne jeder. Darum konnte das Publikum schon bei ihren ersten Konzerten den Text.

«  Die Leute haben mitgesungen, weil sie die Texte aus ihrer Kindheit kannten. »

Nach einem Jahr herumexperimentieren und Märchen vertonen hat sich die Band ready gefühlt für eigene Songs. Bis aber der Durchbruch kam, mussten Bilderbuch gut 10 Jahre warten. Erst mit den Songs ab ihrem dritten Album «Schick Schock» ging es ab durch die Decke.

Noch heute klingen die Märchen nach

In ihren bildlichen und verspielten Texten spüre man die Märchen noch heute, findet Maurice. Ohne Märchen würden Bilderbuch heute nicht so klingen, wie sie klingen. Vermutlich kommt darum ihre Musik auch bei Kindern an:

«  Wir kriegen Komplimente von Kindern. Das zeigt uns, dass Märchen nicht aus der Mode sind. »

Dass Kinder Freude an ihrer Musik haben, freut Maurice besonders: Das seien die ehrlichsten Fans.

Mit den Märchen hat bei Bilderbuch alles angefangen. Und vermutlich führt der Weg wieder dahin zurück.

«  Irgendwann machen wir wieder was mit Märchen. »

Und die Moral von der Geschicht'

Und wenn sie nicht gestorben sind, werden Bilderbuch wieder etwas märchenhaftes machen und Gross und Klein damit verzaubern.

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