200 Jahre Freimaurerloge «Zur Brudertreue»

Die Freimaurerloge «Zur Brudertreue» in Aarau feiert dieses Jahr das 200-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass öffnen sich die Freimaurer dem Publikum. Sie machen eine Ausstellung, und in Führungen ist sogar ihr Tempel zugänglich.

Blick in den Tempel der Freimaurer-Loge «zur Brudertreue».
Bildlegende: Blick in den Tempel der Freimaurer-Loge «zur Brudertreue». zvg

Normalerweise ist der Tempel gleich neben dem Bahnhof von Aarau geschlossen. Offen ist er nur etwa zehnmal pro Jahr, wenn die Freimaurer «Tempelarbeit» haben. In diesen Ritualen nehmen sie neue Mitglieder auf oder befördern Mitglieder in andere Rangstufen.

Bei den Freimaurern fängt man als Lehrling an, wird dann Geselle und am Schluss Meister. Die Freimaurer sehen den Menschen als rohen Stein, den es ein Leben lang zu bearbeiten gilt. Ziel ist es, am Schluss ein bearbeiteter Stein zu sein, mit perfekten Oberflächen. Diesen Stein kann man dann in den Tempel der Schöpfung einfügen. Wichtigste Symbole im Tempel sind denn auch zwei grosse Steine und die Bibel.

Kein Geheimbund

Die Freimaurer werden immer wieder als «Geheimbund» bezeichnet. Viele Menschen denken auch, dass die Freimaurer in Politik und Wirtschaft viel Einfluss hätten. Dem sei nicht so, sagt der Historiker Dominik Sauerländer. Er hat ein Buch über die Geschichte der Freimaurer im Aargau geschrieben. Die Freimaurer seien ein ganz normaler Verein ohne politischen Einfluss. Den Mitgliedern gehe es darum, ein gutes moralisch-ethisches Leben zu führen.

Die Ausstellung über die Aarauer Freimaurer ist zu besichtigen im Wieland-Haus an der Frey-Herosé-Strasse in Aarau. Im Rahmen der Ausstellung gibt es Führungen im Tempel. Die Ausstellung ist vom 25. August bis 11. September offen, jeweils am Donnerstag, Freitag und Samstag. (ulrs)

Autor/in: Stefan Ulrich