Chalandamarz in Ftan

«Chalandamarz, chalandavrigl, laschè las vachas our d'uigl». Im Kanton Graubünden geht dieses Lied Anfang März wieder von Mund zu Mund. Übersetzt heisst es: Anfang März, Anfang April, lasst die Kühe aus dem Stall.

Chalandamarz wird im Bündnerland unterschiedlich gefeiert. In der Gemeinde Ftan zum Beispiel gleicht der Brauch einem Fasnachtsumzug. Am Samstag, 26. Februar 2011 ziehen maskierte Knaben und Burschen durchs Dorf. Sie schlagen mit dürren, aufgeblasenen Schweinsblasen auf Mädchen und Erwachsene ein. Ursprünglich soll das ein Fruchtbarkeits-Ritual gewesen sein.

Chalandamarz-Tradition

Anfang März wurden früher im Kanton Graubünden vielerorts die Ämter neu besetzt. Heute ist der 1. März der grösste Festtag für Kinder im Engadin und einigen anderen Tälern. Am Chalandamarz ziehen die Knaben mit umgehängten Glocken durchs Dorf. Mit Lärm und Gesang wollen sie den Winter vertreiben. Auf ihrem Gang durchs Dorf und um den Dorfbrunne knallen sie mit den Peitschen und läuten mit den Kuhglocken. Die Kinder tragen vielerorts blaue Überhemden und ein rotes Tuch um den Hals. Um den alten Brauch Chalandamarz geht es auch im beliebten Kinderbuch «Schellen-Ursli».

Liebhaber vom traditionellen Chalandamarz kommen auch in Ftan auf ihre Kosten, mit dem Umzug der Vorschulkinder am Freitag Vormittag.

Autor/in: Kurt Zurfluh