Christian Schmids kleines Paradies «Näbenusse»

Brauchtum

Mit «Nebenaussen» hat der frühere Schnabelweid-Redaktor Christian Schmid 2002 seine Kindheitserinnerungen an den kleinen Grenzort Les Bornes im heutigen Kanton Jura veröffentlicht. Jetzt erscheint die von ihm selber übersetzte, ungemein wortmächtige berndeutsche Fassung unter dem Titel «Näbenusse».

Zollhaus in Les Bornes im Stil der 50er Jahre.
Bildlegende: Zollhaus in Les Bornes zvg

Vater Hans Schmid war Anfang der 50er Jahre Grenzwächter in Les Bornes in der damals noch bernischen Ajoie, im sogenannten «Pruntruterzipfel». Dort verbrachte Christian Schmid den grössten Teil seiner Vorschulzeit. In der Erinnerung kommt ihm diese überschaubare Welt mit wenigen Menschen, aber mit sehr viel Natur, vor wie ein Paradies.

Zurückhorchen

Hier, wo es wenig soziale Kontrolle gab und viel Stoff für Bubenträume, fühlte er sich daheim und frei. Seither wohnte er bis heute fast immer in einem Grenzort, denn Heimat, das sei für ihn die Grenze. Wobei damals die Landesgrenze für ihn weniger Bedeutung hatte als etwa die Grenze zwischen Deutschbernern und «Welschbernern», also Jurassiern. Die gesellschaftliche und politische Lage des französischsprachigen Juras, in welchem die deutschschweizer Famillie Schmid lebte, nimmt viel Raum ein in Christian Schmids Erinnerungen.

Gelungenes Gesamtkunstwerk

Ebenso wichtig sind aber Bubenstreiche, Erlebnisse im Zollhaus und auf dem nachbarlichen Bauernhof und immer wieder: Die Ruhe dieser Landschaft und der Menschen in ihr. «Näbenusse» ist das gelungene Gesamtkunstwerk aus privaten Erinnerungen an die frühen 50er Jahre, Vergangenheitsbewältigung der Jurafrage und Hommage an die wunderbare Landschaft der Ajoie.

Mundartredaktor Markus Gasser hat mit Christian Schmid in Les Bornes, am Ort seiner frühesten Kindheit, über die Gegend, über das Buch und über Erinnerungsarbeit gesprochen.

Buchtipp

  • Christian Schmid: Nebenaussen. Cosmos Verlag. 2002
  • Christian Schmid: Näbenusse. Roman. Cosmos Verlag. 2015
  • Christian Schmid: Aux Bornes. Traduit de l'allemand par Édouard Höllmüller. Editions d'en bas. 2005

Autor/in: gassm, Redaktion: Markus Gasser