Chröpfelimee-Singen

Am 21. Februar 2010 sieht man in der Zuger Innenstadt hie und da ein rotes Lichtlein brennen. Es sagt, dass in diesem Haus ein verlobtes oder frisch verheiratetes Liebespaar lebt. Diesem wird beim Chrööpfelimee-Singen ein Ständchen gebracht.

Das Chrööpfelimee-Singen erinnert an einen Brauch aus dem 16. Jahrhundert. Bei frisch Verliebten wurde der Junge von den zukünftigen Schwiegereltern eingeladen und mit Wein und Krapfen bewirtet. Freunde des Paares stellten sich am selben Abend vor dem Haus auf und sangen allerlei neckische und zärtliche Lieder. Als Dankeschön erhielten sie vom Liebespaar einen Korb voll Krapfen und Wein. Dafür musste die Sängergruppe jedoch «No mee Chrööpfeli!» rufen.

Die Zugerinnen und Zuger geniessen dieses besondere Musikerlebnis unter freiem Himmel Jahr für Jahr. Die zahlreichen jungen und älteren Paare lassen sich auch von Minus-Temperaturen nicht davon abhalten, den romantischen Liebesklängen zu lauschen. 27 Jahre lang wurde der Brauch von der Trachtengruppe der Stadt Zug organisiert, heute obliegt die Durchführung des Chrööpfelimee-Singens der Zunft der Schneider, Tuchscherer und Gewerbsleute.

Autor/in: Kurt Zurfluh