Der gefährliche Medikamenten-Cocktail

Gesundheit

Medikamente beeinflussen sich gegenseitig. Bei manchen Kombinationen wirken sie nicht mehr wie erhofft. In anderen Fällen können die Mischungen sogar Schäden anrichten. Je mehr Medikamente man nimmt, desto grösser ist die Chance, dass es im Körper zu einer gefährlichen Mischung kommt.

Harmlose Medikamente können miteinander gemischt zu einem gefährlichen Medikamenten-Cocktail werden.
Bildlegende: Harmlose Medikamente können miteinander gemischt zu einem gefährlichen Medikamenten-Cocktail werden. colourbox.com

Wer täglich Pillen schluckt, läuft Gefahr, an sogenannten Wechselwirkungen zu leiden. Vor allem Ältere sind betroffen: Menschen über 60 nehmen im Durchschnitt drei oder mehr Medikamente pro Tag. Unter den 6500 in der Schweiz erhältlichen Medikamenten sind 40'000 Wechselwirkungen bekannt.

Meist treten Wechselwirkungen auf, wenn am Medikamentenmix etwas verändert wird: Dann kann es sein, dass ein Medikament, das bisher gewirkt hat, plötzlich nicht mehr anschlägt. Oder dass der Patient mit Nebenwirkungen auf ein Medikament reagiert, das er vorher problemlos vertragen hat.

Die meisten Fälle von Wechselwirkungen bleiben unentdeckt. Hat ein Patient Komplikationen, denken meistens weder er noch der Arzt an einen falschen Medikamentencocktail: Die Wechselwirkung wird häufig als neue Erkrankung interpretiert und mit einem weiteren Medikament behandelt.

Die beste Massnahme gegen unerwünschte Wechselwirkungen ist, als Patient selber kritisch und aufmerksam zu bleiben. Den Beipackzettel zu lesen ist selbst dann angebracht, wenn das Medikament vom Vertrauensarzt verschrieben wurde. Besucht man mehrere Ärzte, muss der eine unbedingt wissen, was der andere verschrieben hat. Ältere Menschen sollten ihren Medikamenten-Mix alle sechs Monate von ihrem Arzt überprüfen lassen.

Sinnvoll ist, sämtliche Medikamente in einem Plastiksack mitzubringen. Dazu gehören auch harmlos erscheinende, rezeptfreie Heilmittel wie Augentropfen, pflanzliche Mittel oder Tabletten gegen Magenbrennen. Denn auch sie können schwere Wechselwirkungen verursachen.

Redaktion: Christine Schulthess