Ein Denkmal für die Gemeinde Mutten

Brauchtum

Es mag ein altes Klischee sein, dass Bergler störrisch und unnahbar sind. Im bündnerischen Mutten werden alte Traditionen und Gepflogenheiten allerdings vehement verfochten. In Erwin Wyss Buch « Diis Gsetz isch nit inschas Gsetz» kommt dieser Dorfcharakter klar zum Ausdruck.

Mutten ist eine Walsersiedlung umrahmt von rätoromanisch geprägten Gemeinden im Kanton Graubünden.
Bildlegende: Mutten ist eine Walsersiedlung umrahmt von rätoromanisch geprägten Gemeinden im Kanton Graubünden. Wikiepia/Xenos

 Da Erwin Wyss selber ein Muttener ist, kann er aus Erfahrung sprechen. Er tut dies aber nicht etwa abschätzig, sondern mit viel Liebe zum Detail und zu seiner Heimat. Mutten liegt ca vierzig Kilometer von Chur entfernt. Gerade einmal achtzig Einwohner zählt die Walsersiedlung heute.

Dorfeigene Gesetze

Über 25 Jahre hinweg sammelte Wyss Material für sein Buch, durchforstete Urkunden, Heiratsanzeigen oder befragte die Einwohner selbst. Sein Buch zeugt vom harten Leben auf dem Berg, da wo jeder um sein Überleben kämpfen musste. Dieser Urinstinkt ist auch heute noch spürbar. Auswärtigen gegenüber war man ablehnend eingestellt und auch heute noch wundern sich Zuzüger über alte Gesetze wie: «Äste von Bäumen absägen ist verboten!»  

Erwin Wyss beschreibt in seinem Buch Einzelschicksale; ein faszinierender Einblick in das Leben einer abgeschiedenen Dorfgemeinde. Die Muttener selber fühlen sich nicht etwa beleidigt oder missverstanden, ganz im Gegenteil. Mit seinem Buch « Diis Gsetz isch nit inschas Gsetz» hat Erwin Wyss seiner Heimat ein würdiges Denkmal gesetzt.

Autor/in: daue, Redaktion: Markus Gasser