Familienanamnese: Wissen, was der Vater hatte

Gesundheit

Der frühe Herzinfarkt des Vaters? Der gehäufte Bluthochdruck einer ganzen Familie? Einige Krankheiten können auf ein erhöhtes Krankheitsrisiko hindeuten. Weiss dies der Arzt, kann er Symptome besser deuten.

Jemand blättert durch die Dokumente in einem Aktenschrank.
Bildlegende: Nachforschungen in der Familiengeschichte können für die eigene Gesundheit hilfreich sein. colourbox

«Es ist für mich vor allem wichtig zu wissen, welche schweren Krankheiten in der engen Familie in jungen Jahren aufgetreten sind und welche Krankheiten gehäuft vorkommen», sagt Hausarzt Christoph Stirnimann.

«Vor allem chronische Krankheiten, Krebs, Gefässerkrankungen wie Krampfadern, Diabetes, Gerinnungsstörungen oder zum Teil auch Organerkrankungen können unter Familienmitgliedern weitergegeben werden. Weiss ich von diesem erhöhten Risiko, kann ich gezielt behandeln.»

Ist zumindest ein Teil der Ursache für eine Krankheit genetisch bedingt, dann ist sie auch vererbbar. Dass eine Krankheit ausbricht, hat aber immer verschiedene Ursachen. Es ist ein Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren. Hat jemand vererbbare Krankheiten in der Familie, ist dies ein Grund, die Umweltfaktoren zu beeinflussen um gesund zu leben.

Auch psychische Krankheiten können vererbt werden, sofern sie zu einem Teil genetisch bedingt sind.

Moderation: Martin Wittwer, Redaktion: Brigitte Wenger