«Fridlisfüür» im Kanton Glarus

Am Abend des 6. März werden in verschiedenen Glarner Dörfern Fridolinsfeuer angezündet. Die «Fridlisfüür» brennen zum Gedenken den Heiligen Sankt Fridolin, den Glarner Landespatron.

Die «Fridlisfüür» gehörten ursprünglich zu den vorchristlichen Frühlingsfeuern. Sie sollen den Winter vertreiben und den Frühlings ins Land ziehen lassen.
Bildlegende: Die «Fridlisfüür» gehörten ursprünglich zu den vorchristlichen Frühlingsfeuern. Sie sollen den Winter vertreiben und den Frühlings ins Land ziehen lassen.

Bereits Mitte Februar beginnen viele Schulen mit dem Sammeln von Ästen. sorgfältig werden die brennbaren Gegenstände für das Feuer gesucht. Es wird sehr genau beobachtet, dass das Fridolinsfeuer nicht als Abfallhaufen missbraucht wird. Vor einigen Jahren war der Weiterbestand dieses Brauches nämlich gefährdet, weil an Stelle von „Holzburdeli" immer mehr Abfälle verbrannt wurden.

«Fridlisfüür» in Bilten

Auf eine ganz besondere Art und Weise feiern die Einwohner von Bilten das «Fridlisfüür». Kinder und Eltern versammeln sich beim Fridolinsbrunnen in Unterbilten. Nach dem offziellen Beginn mit Musik und Ansprache lassen die Kinder ihre bunten Schiffe auf dem Wasser des Brunnentroges schwimmen. Einige dieser Schiffe wurden einst vom Gross- oder Urgrossvater mit viel Liebe und Sorgfalt angefertigt und sind im Familienbesitz. Auf allen Schiffen brennen Kerzen als Sinnbild für das christliche Licht, das St. Fridolin einst von Irland aus in die Schweiz gebracht haben soll.

Autor/in: Kurt Zurfluh