«Heimatmusik» – Kunst oder Kitsch?

Brauchtum

Welche Heimat wird in modernen Volksliedern, Popsongs und Kunstliedern besungen? Wem gehört eigentlich die Tradition? Solchen Fragen ging eine illustre Gesprächsrunde in Chur nach.

Stillleben mit Miniatur-Instrumenten.
Bildlegende: Schweizer Instrumentenbau Eichhorn Keystone / Urs Flüeler

Die Gäste, die sich im Hotel Chur einfanden, gehen sehr unterschiedlich mit Tradition und dem Begriff «Heimatmusik» um. Der Bündner Sänger und Schauspieler Mario Pacchioli beispielsweise vertont alte rätoromanische Gedichte und macht daraus Kunstlieder im Stil des französischen Chansons. Die Bündner Soulsängerin Nyna Dubois dagegen, die auch in der Frauengruppe «Härz» singt, bedient die grossen Gefühle und singt von Sehnsucht, Liebe, Familie.

«... d Vandale tanzed»

Anders die Zürcher Autorin Silvia Tschui. Sie tritt mit einem Programm auf, in welchem sie traditionelle Volkslieder mit neuem Text sind. Aus «Zogen-am-Boge der Landamme tanzed» wird «d Vandale tanzed», eine Anspielung auf die rechtsextremen Ausschreitungen in Chemnitz in jüngster Zeit. Solche radikalen Brüche erlaubt sich der Jodlerclub Wiesenberg aus Nidwalden nicht. Er pflegt den urchigen Naturjutz. Berühmt aber wurden sie mit einer Version des Pop-Hits «Ewigi Liebi».

Kunst oder Kitsch?

Moderatorin Monika Schärer diskutiert mit diesen KünstlerInnen über ihren Umgang mit der Tradition, über Authentizität und darüber, ob eigentlich alles erlaubt ist.

Tipps

  • Mario Pacchioli: Remas. Rätoromanische Gedichte für Gesang und Sinfonieorchester. Buch und CD. Chasa Editura Rumantscha 2017
  • Silvia Tschui: Jakobs Ross. Nagel & Kimche 2014
  • Nyna Dubois: Umas Songs. Nation Music 2016. CD
  • Film über den Jodlerclub Wiesenberg

Moderation: Bea Schenk, Redaktion: Markus Gasser