Küssnachter Klausjagen

In Küssnacht am Rigi findet am 3. Dezember 2010 das traditionelle Klausjagen statt. Das Dorf erstrahlt im Schein von riesigen Bischofshüten aus Karton, die durchbrochen und von innen mit Kerzen beleuchtet sind.

Die Iffelen, das wohl augenfälligste Requisit des Küssnachter Klausjagens.
Bildlegende: Die Iffelen, das wohl augenfälligste Requisit des Küssnachter Klausjagens.

Die Bischofshüte heissen Iffele. Sie werden von Männern und neuerdings auch von Frauen getragen, die den Heiligen Nikolaus auf seinem Gang durch das Dorf begleiten.

Es gibt keine schriftlichen Zeugnisse, die das Alter des Brauchs belegen. Die Wurzeln gründen aber vermutlich in grauer Vorzeit. Die noch heidnischen Ahnen versuchten in den langen Nächten der Wintersonnenwende missgünstige böse Geister und Dämonen zu vertreiben. Dafür wurden lärmend Obstbäume umkreist, mit Schellen und Geisselknallen. Dadurch erhoffte man sich einen reicheren Ertrag für die nächste Ernte. Das Klausjagen ist ein Überbleibsel eines altgermanischen Fruchtbarkeits-Ritus.

Ein imposanter Umzug

Pünktlich um 20.15 Uhr ertönt in Küssnacht am Rigi ein Donnerschlag. Daraufhin erlöscht die gesamte Strassenbeleuchtung. Es wird finstere Nacht und der Klausumzug beginnt seinen Lauf. Die ersten der knapp 200 Iffelen huschen vorbei. Nach und nach wird der von Musikanten geblasene Dreiklang hörbar. Zwischen Iffelen und Musikanten schreitet würdig St. Nikolaus, begleitet von Schmutzlis und Fackelträgern. Hinter den Musikanten marschieren etwa 900 Klausjäger, die ihre Treicheln in gleichmässigem Takt schwingen. Den Schluss des Zuges bilden gegen 200 Hornbläser. Das Küssnachter Klausjagen ist ein Erlebnis für Augen und Ohren.

Autor/in: Kurt Zurfluh