«Meitlisonntag» von Donnerstag bis Montag

Jedes Jahr im Januar regieren in Meisterschwanden AG und in Fahrwangen AG für 3 Tage die Frauen. Sie gehen ab dem Meitlidonnerstag auf Männerjagd. Seit 300 Jahren tun sie das. Hintergrund des Brauches Meitlisonntag ist der Villmergerkrieg von 1712.

Für die Männer von Meisterschwanden ist es eine Ehre, wenn sie den Frauen am «Meitlidonnerstag» ins Netz gehen.
Bildlegende: Für die Männer von Meisterschwanden ist es eine Ehre, wenn sie den Frauen am «Meitlidonnerstag» ins Netz gehen. Keystone

Die Frauen gehen in Gruppen von 20 bis 30 Personen in die Restaurants von Fahrwangen und Meisterschwanden. Sie tragen historische Kleider und führen «Grasbogen» mit sich. Mit diesen Netzen fangen sie Männer. Jede Gruppe in jeder Beiz einen Mann.

Ehre für gefangene Männer

Die Männer werden ins nächste Restaurant gebracht und dort müssen sie den Frauen eine Runde spendieren und sich so loskaufen. Allerdings: Eine Schmach ist es für die Männer nicht, wenn sie entführt werden. Ganz im Gegenteil, es ist eine Ehre. Denn die Frauen überlegen sich sehr gut, welchen Mann sie ins Netz stecken wollen.

Das Fangen der Männer ist der Kern des «Meitlidonnerstags». Die Frauen sind aber noch an zwei weiteren Abenden unterwegs. Am Sonntag tragen sie Masken und schöne Kostüme und schwingen in den Restaurants das Tanzbein. Es ist strikte Damenwahl.

Am Montag sind sie dann noch einmal unterwegs, wieder gruppenweise. Jede Frauengruppe kostümiert sich zu einem bestimmten Thema. Mit dem Verteilen von Zopfbrot am Montag um punkt Mitternacht endet dann die alljährliche Frauenherrschaft in Meisterschwanden und Fahrwangen.

Redaktion: Remo Vitelli