Platzgen: Alter Sport, neu entdeckt

Zum Platzgen gehören Nerven und die richtige Technik, aber auch das gemütliche Beisammensein ist wichtig. Die Platzger-Gemeinschaft trifft sich regelmässig zu Wettkämpfen und Festen.

Der Platzg muss gut in der Hand liegen.
Bildlegende: Der Platzg muss gut in der Hand liegen. SR DRS

Der Wurfsport Platzgen wurde im Emmental erfunden und war früher ein beliebter Breitensport in der ganzen Schweiz. Belege dafür finden sich in Archiven bis zurück ins Mittelalter. Heute wie damals ist Platzgen noch genauso beliebt, aber nicht mehr so weit verbreitet.

Sportart mit vielen Namen

Früher wurde Platzgen vielerorts gespielt: als Zeitvertreib, als Wettkampf oder als Gewinnspiel. Mancherorts wurden diese Spiele zeitweise sogar verboten, weil ihretwegen Jünglinge und Männer den sonntäglichen Kirchgang versäumten.

Die Formen und Namen des Platzgens waren früher sehr verschieden und vielfältig. Da liest man zum Beispiel von Plattenschiessen, Blätteln, Stöckeln, Tötzlen, Jouer aux couthions, jeu de la quille, cavalière, giovar a plattas, Igl stichel, Platta stechel, Pletschgere u.a.m.

Stefan Brand hat sich in Jegenstorf erklären lassen, wie Platzgen gespielt wird.

Autor/in: Stefan Brand