Schwiizer Reis: Ein Tal auf drei Grenzen

Senioren

Wer durch das Jauntal wandert, entdeckt eine geheimnisvolle, eine dramatische Topographie und kann sich auf kulturelle Überraschungen gefasst machen. Reisereporter Dres Balmer unterwegs von Jaun nach Charmey.

Jaun am Jaunpass.
Bildlegende: Jaun am Jaunpass. Wikimedia / Roland Zumbühl

Das Dorf Jaun liegt am nördlichen Talhang, der steil zum Bach abfällt. Zwei mächtige Kirchen dominieren die Siedlung. Ein paar Schritte neben der Bushaltestelle steht das Hôtel de la Cascade, benannt nach dem Wasserfall auf der anderen Talseite. Der Jaunbach rauscht in die Morgenkühle, wir haben Lust, uns in das Tal hinaus zu bewegen.

Mächtig sind die Felswände links und rechts, unten sind ein paar Rinder am Weiden, hie und da kommen wir an einem Stall vorbei, von Menschenwerk sind sonst kaum Spuren zu erblicken. Diese wilde Abgeschiedenheit zieht uns so in ihren Bann, dass wir verstummen.

Sprach-, Kantons- und Konfessionsgrenze

Nach dieser Urwelt erscheint das Dorf Im Fang wie die reine Idylle. Neben dem Weg steht eine Kapelle, daneben sind Bauernhäuser in einer Architektur, die wir noch nirgends gesehen haben. Im Fang heisst auf Französisch La Villette, Jaun, wo wir aufgebrochen sind, hat den Namen Bellegarde, und das Jauntal ist La Vallée de La Jogne. Charmey, vorne im Tal, hat keinen deutschen Namen. Grenzen bildet die Talschaft gleich dreifach: sprachlich vom Deutschen ins Französische, politisch vom Kanton Bern in den Kanton Freiburg und religiös von der reformierten in die katholische Konfession. Markant sind die grossen Dorfkirchen.

Kultur entspannt erleben

Auf der anderen Seite der Jogne wandern wir durch den topfebenen, weitläufigen Talgrund, begrenzt durch die Felsbastionen auf beiden Seiten. Wir erreichen den Rand des Dorfs Charmey. Der Regionalbus bringt uns ins Dorfzentrum. Wir sind hungrig. Charmey interessiert uns aber auch wegen der schönen Holzhäuser. Ausserdem sind hier «Les Bains de la Gruyère». Wir bleiben gerne in Charmey, denn hier können wir Bewegung mit Entspannung und Kultur verbinden.

Autor/in: Dres Balmer, Redaktion: Christine Gertschen