Schwiizer Reis: Wassermusik im Maderanertal

Senioren

Der Gotthard-Basistunnels weckt bei den Urnern Sorgen um die touristische Zukunft im Kanton. Dabei hält Uri solide Juwele bereit, für Wanderer zum Beispiel das Maderanertal. Ein Reisebericht von Dres Balmer.

Gewässer sind die Musik des Maderanertals.
Bildlegende: Gewässer sind die Musik des Maderanertals. Wikimedia / BraunW

Die schwindelerregende Bergfahrt im Postauto und mit der Luftseilbahn herauf nach Golzern haben wir überstanden und können auf dem kurzen, flachen Stück bis zum Golzernsee die Füsse einlaufen. Dann beginnt der Weg anzusteigen. Er ist aber nicht irgendein Trampelpfad, sondern er ist schön aus Steinen gefügt und in die Landschaft gelegt. Wir gehen auf ihm ganz leicht, kommen zu einem Aussichtspunkt, bleiben stehen. Hier hört man nichts von der Zivilisation. Kein Automotor wimmert, kein Bagger quietscht, kein Helikopter knattert.

Berghotel Maderanertal

Beim Wandern hören wir dafür immer die Bäche und Wasserfälle. Die Gewässer sind die Musik des Maderanertals. Wir überqueren einen Bach nach dem anderen. Sechzehn Bäche sind es rund ums Tal, und jeder klingt anders. So wird die Wanderung zu einer schönen Wasser-Symphonie. Doch auch Musik, Bach um Bach, macht müde, hungrig und durstig.

Zum Glück kommen wir zum Berghotel Maderanertal auf der Balmenegg. Es wurde auf Anregung von Basler Mitgliedern des Schweizer Alpen-Clubs SAC gebaut, 1865 eröffnet und bekam deshalb den populären Namen «SAC-Hotel». Für die Komfort-Ansprüche der englischen Gäste baute man später eine luxuriösere Dépendance, dann eine Villa und eine englische Kirche. Den prächtigen Speisesaal finden wir heute nur noch auf einer Foto im Hotelprospekt. Zur Zeit unseres Besuchs wird im früheren Prunksaal gerade die Wäsche zum Trocknen aufgehängt.

Wassermusik

Verborgene Speisesaal-Pracht hin oder her: Im Hotel Maderanertal sollte man übernachten. Einfach und stilvoll sind die Zimmer mit der Kommode samt Cuvette und Wasserkrug. Das Fenster steht offen, frische Luft kommt herein, vor Allem aber hört man auch aus der Finsternis die Gewässer ringsum rauschen. So wird die Symphonie des Tags zur seligen Nachtmusik.

Autor/in: Dres Balmer, Redaktion: Christine Gertschen