Silvesterchlausen in Urnäsch

Silvesterchlausen wird in Urnäsch als Winterbrauch mit viel Hingabe gepflegt. Am alten Silvester läuten die Chläuse mit viel Lärm und Getöse das neue Jahr ein. Für den Klang der Schellen ist ein Thurgauer Schmied verantwortlich.

Sogenannte Rollen, wie sie auch von Andreas Keller hergestellt werden.
Bildlegende: Sogenannte Rollen, wie sie auch von Andreas Keller hergestellt werden.

Viel Aufwand und Ausdauer braucht Andreas Keller für die Herstellung der Rollen. In seiner Schmitte in thurgauischen Winden formt er die Rollen aus Stahlblechen, lehmt sie ein und feuervermessingt sie am Ende.

Andreas Keller ist der einzige in der Schweiz, der die Rollen noch nach diesem Verfahren herstellt. Das Feuervermessingen verleiht den Rollen nicht nur einen goldigen Anstrich, sondern verlötet sie auch sauber.

Silvesterchlausen in Urnäsch

Am 13. Januar, dem Alten Silvester, ziehen Männer in aufwändig gestalteten Kostümen von Hof zu Hof. Die «Schönen» in kostbaren Trachten, die «Wüeschte» mit dämonischen Masken oder die «Schö-Wüeschte» in Tannenreisig- oder Laubgewändern.

Mit Schellen und Rollen verkünden sie den Jahreswechsel. Richtig ergreifend wird der Aufzug, wenn die Chläuse ihre «Zäuerli» in die eisige Winterluft jauchzen.

Warum Urnäsch den Alten und Neuen Silvester feiert

Die Urnäscher weigerten sich, den Gregorianischen Kalender anzuerkennen, der seit 1798 vorgeschrieben war. Sie hielten hartnäckig am alten Julianischen Kalender fest. Dieser war im Appenzeller Kalender noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts eingetragen.

Autor/in: Lea Fürer