Stricken gestern und heute

«Achtung, frisch gestrickt!» heisst eine aktuelle Ausstellung im Textilmuseum St. Gallen. Zu sehen sind nicht alltägliche Exponate, zum Beispiel ein umstrickter Stuhl oder eine Lampe im Wollkleid.

Textilmuseum St. Gallen.
Bildlegende: Textilmuseum St. Gallen.

Stricken ist im Trend. Objekte aus der Vergangenheit verblüffen durch hochwertige Materialien und handwerkliches Können. Selbstgestrickte Strassenkleidung belebt heute den Alltag. Die Ausstellung «Achtung, frisch gestrickt!» nimmt das Stricken in seinen alten und neuen Formen auf und beleuchtet das Thema von allen Seiten.

Strick-Geschichte

Strickarbeiten gibt es nachweislich seit dem zweiten oder dritten Jahrhundert in Vorderasien. Belege von frühen europäischen Strickereien sind sakrale Seidenstrickereien aus dem 14. Jahrhundert.

Dabei war Stricken nicht immer Frauensache! Die erste aus Männern bestehende Strickzunft wurde 1527 in Paris gegründet. Italienische Seidenstricker schufen für den Adel kunstvolle Jacken. Bis ins 19. Jahrhundert sind strickende Hirten, Soldaten, Einsiedler oder Torwärter überliefert. In Teilen von Peru und Guatemala ist Stricken noch heute Männersache.

Stricken als Sparmassnahme

Dem Stricken widmet sich auch das Museum Appenzell in einer Ausstellung. Die kleine Sonderschau thematisiert das Stricken im und für den Alltag. Gezeigt werden Fotos von Menschen mit modischen Mützen, schicken Gamaschen, zweckmässigen Strumpfhosen oder strammen Sennensocken. Ausserdem geben Strickheftli aus mehreren Jahrzehnten Einblick in die damalige Mode. Mit Stricken liess sich früher zwar kein Geld verdienen, dafür welches sparen.

Ausstellungsdaten:

Austellung «Achtung, frisch gestrickt!», bis 30. Januar 2011 im Textilmusuem St. Gallen.
Ausstellung «Lismede», bis 27. März 2011 im Museum Appenzell.

Autor/in: Sascha Zürcher