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Geschichte, Geografie Jüdische Vermögen, Nazigold und Bergierbericht

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Europa in Trümmern. Die Schweiz war fast unversehrt. Erklärt wurde dies mit einem idealisierten Mythos. Dieser basierte auf der Idee des Widerstands und der bewaffneten Neutralität. Doch die Affäre um nachrichtenlose jüdische Vermögen sollte diesen Mythos zerlegen.

Auf Schweizer Bankkonten ruhen Guthaben von Holocaust-Opfern, nach deren rechtmässigen Besitzern nie ernsthaft gesucht wurde. Der Skandal zwingt die Schweiz zur Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte.

Jean-François Bergier raucht eine Pfeiffe.
Legende: Jean-François Bergier Der Historiker leitete die Expertenkomission. Keystone

Die Schweiz in der Kritik

Die Haltung gegenüber den jüdischen Opfern des Naziregimes und die Wirtschaftspolitik mit den Achsenmächten werden international kontrovers debattiert. Die Schweiz muss Angriffe von aussen in Kauf nehmen, deren Heftigkeit einzigartig sind. Dies löst eine innere Debatte über das Bild der Schweiz aus.

Chronik

Jene, welche die Jahre 1939 bis 1945 miterlebt haben, leiden unter der Anklage, sie hätten den Tresor der Nazis gehütet. Die eigene durchlebte Geschichte in Frage zu stellen ist ein schmerzlicher Prozess. Viele glaubten nur durch eigene Kraft von zwei Weltkriegen verschont geblieben zu sein. Auch den aussergewöhnlichen wirtschaftlichen Erfolg glaubten sie ihrem eigenen Durchhaltewillen zu verdanken.

Folgenreiche Untersuchung

Der Bundesrat unterstützt die Aufarbeitung der Schweizer Geschichte, indem er im Dezember 1996 eine Expertenkommission unter der Leitung des Historikers Jean-François Bergier beauftragt. Sie sollen die Politik der Schweiz im Zweiten Weltkrieg analysieren.

Im März 2002 liefert die Bergier-Kommission ihren Schlussbericht ab. Dieser kommt zum Schluss, dass die Politik der Schweizer Behörden während des Zweiten Weltkrieges zur Stützung des Nazi-Regimes beigetragen hat.

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