Pisa 2013: Schweizer Jugendliche top

Im Jahr 2000 sprach man noch vom «PISA-Schock»: Die Lesefähigkeit der Schweizer Jugendlichen liess zu wünschen übrig - und niemand hatte mit dem schlechten Resultat gerechnet. Heute hat sich die Lage stark verbessert.

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Schweizer Schüler in Mathe spitze

2:43 min, aus Tagesschau am Mittag vom 3.12.2013

12 Jahre nach dem «PISA-Schock» schneiden die Schweizer Schülerinnen und Schüler deutlich besser ab. Dies zeigt die jüngste PISA-Studie, die 2012 durchgeführt und am Dienstag publiziert wurde. Insgesamt wurden in der Schweiz dafür rund 20 000 Jugendliche im Alter von 15 Jahren getestet.

Erfreulich ist die Entwicklung bei der Leseleistung. Der Anteil der Schweizer Schüler, die als leistungsschwach gelten, hat sich markant verkleinert. In der Kategorie «Lesefähigkeit» gehört die Schweiz zu den zwölf besten OECD-Ländern. Schweizer Jugendliche lesen besser als die 15jährigen in Deutschland und Frankreich – aber immer noch schlechter als die Kollegen aus Polen, Australien und Belgien.

Der Weckruf der ersten Pisa-Studie

1:55 min, aus HeuteMorgen vom 03.12.2013

Förderprogramme und qualifizierte Einwanderer

Die erste PISA-Studie im Jahr 2000 habe einen starken Impuls gesetzt, sagte der Generalsekretär der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), Hans Ambühl. Danach seien viele Förderprogramme gestartet worden. Diese hätten zusammen mit der veränderten Zusammensetzung der Schülerschaft zum besseren Abschneiden beim Lesen geführt.

Laut Christoph Eymann, neuer Präsident der EDK, ist der Grund für die kontinuierliche Verbesserung der Lesefähigkeit auch in der zunehmenden Einwanderung von gut qualifizierten Personen zu suchen. Die Schüler mit Migrationshintergrund kommen dadurch heute aus sozial priviligierteren Haushalten als noch vor 12 Jahren.

Trotz gutem Pisa-Resultat warnen Bildungspolitiker vor Sparkurs

2:15 min, aus Tagesschau vom 3.12.2013

Asiatische Überflieger

In Mathematik konnte sich die Schweiz in der Spitzengruppe halten. Von den OECD-Ländern erreichten nur Südkorea und Japan eine bessere Wertung. Bereits vor drei Jahren lagen die Schweizer Schüler auf Platz 3, damals noch hinter den Südkoreanern und den Finnen.

Bei den Naturwissenschaften schneidet die Schweiz im Vergleich zu 2009 leicht schlechter ab – sie rangiert aber immer noch unter den zwölf besten der insgesamt 34 OECD-Mitgliedsstaaten.

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Fachbeiträge

Ein leerer Stuhl in einem Schulzimmer

Keystone

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Laut der aktuellen PISA-Studie kommen die besten Schülerinnen und Schüler, wie bereits in den vorangegangenen Untersuchungen, aus Asien. Die zu China gehörende Hafenstadt Schanghai, der Stadtstaat Singapur sowie die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong belegten in allen Kategorien die drei ersten Plätze.

Wiederlegte Klischees

Aus der Sicht des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer widerlegt das gute Abschneiden der Schweiz in der PISA-Studie 2012 ein Klischee: Jenes von der Schuljugend, die nicht mehr rechnen und lesen könne.

Dieser Vorwurf werde laut Beat Zemp, Präsident des Dachverbandes LCH, immer wieder von Wirtschaftsvertretern erhoben. «Ich hätte nun gerne, dass auch die Wirtschaft unsere Leistung anerkennt» – so Zemp.