Unstillbarer Rohstoffhunger

Der hohe Lebensstandard der Industrienationen hat seinen Preis: Der Rohstoffverbrauch ist enorm. Und womöglich dreimal höher, als bisher angenommen. Dies zeigt eine neue australische Studie – die jedoch auch umstritten ist.

Zwei Chinesische Arbeiter bei einer Ladung von Stahlgleisen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Industrienationen verbrauchen Rohstoffe in riesigen Mengen. Womöglich drei Mal mehr, als bisher angenommen. Keystone

Eine Studie der australischen Forschungsorganisation CSIRO - Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation - hat erstmals untersucht, wie gross der Ressourcenverbrauch der Länder tatsächlich ist. Bisherige Statistiken haben für die Berechnungen lediglich die Rohstoffe berücksichtigt, die in einem Produkt stecken – und nicht, was alles für den Abbau und bei der Produktion verbraucht wird.

Mit dem so genannten Rohstoff-Fussabdruck will die Untersuchung, die kürzlich im Wissenschaftsmagazin PNAS veröffentlich wurde, dieses verzerrte Bild korrigieren. Und kommt dabei zu einem erstaunlichen Resultat: Industrieländer beanspruchen drei Mal mehr Rohstoffe als bisher angenommen.

In der Sendung «Rendez-vous» von SRF kritisiert Lukas Bretschger, Professor für Ressourcen-Ökonomie an der ETH, dass in der Studie verschiedene Materialien einfach zusammengezählt werden. Jedoch begrüsst er die Idee, bei einer Analyse der Rohstoff-Flüsse die ganze Lebensdauer eines Produkts – vom Abbau über die Produktion bis zur Entsorgung – zu berücksichtigen.

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Fehlender Sand, mächtige Gasgiganten und wertvoller Müll: Hier finden Sie alle «SRF mySchool»-Beiträge zum «Fokus Rohstoffe».

Ressourcen im Unterricht

«SRF mySchool» hat zum Thema Rohstoffe ein kontroverses Paket geschnürt. Mit sieben Filmen und massgeschneidertem Unterrichtsmaterial eignen sich die Lernenden Grundwissen über die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten diverser Rohstoffe an.

Sie beschäftigen sich mit ethischen und wirtschaftlichen Aspekten. Lernziel ist es aber auch, das eigene Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen, denn oft haftet an einem Smartphone Blut in Form von Ausbeutung, Krieg und unmenschlichen Arbeitsbedingungen.