Weltenbrand

Der Erste Weltkrieg – ein Krieg wie keiner zuvor. Technische Fortschritte ermöglichten eine industrialisierte Kriegsführung, in der Menschenleben nichts zählten. In dieser Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts wurden die Weichen für einen mörderischen Konflikt gestellt, der erst 1945 ein Ende fand.

Sarajewo, der 28. Juni 1914. An diesem verhängnisvollen Sommertag ermordete ein serbischer Nationalist den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie Chotek. Niemand ahnte damals, dass dieses Attentat der Funke war, der das Pulverfass Europa zur Explo­sion bringen sollte.

Soldaten marschieren durch einen zerbombten Wald. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Oktober 1917. Nach massiven Artilleriebombardements besteht der Chateu-Wald bei Ypern nur noch aus Baumstümpfen. Australien War Memorial / Wikipedia

Nationalistischer Taumel

Nach verstrichenen Ultimaten, zugesicherten Bündnissen und gegenseitigen Kriegserklärungen nahm das grösste Drama der Menschheitsgeschichte seinen Lauf. Am 4. August begann mit dem Angriff des deutschen Heeres auf das neutrale Belgien der Erste Weltkrieg – und damit das grosse Sterben.

Im patriotischen Rausch begrüssten viele Politiker und Generäle den Krieg, von dem sie sich eine reinigende Wirkung erhofften. Doch aus dem vermeintlich kurzen Kräftemessen der Europäischen Grossmächte entwickelte sich innert kurzer Zeit ein Krieg, wie ihn die Welt noch nie gesehen hatte.

Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts

Binnen Wochen führte der Sturmlauf der Deutschen in einen mörderischen Grabenkampf, der neue Massstäbe der menschlichen Verrohung setzte. Technologische Entwicklungen veränderten die Kriegsführung, das Töten wurde industrialisiert. Der Einsatz von Maschinenpistolen, Panzern, Flammenwerfern, Flugzeugen und chemischen Waffen brachte eine bis dahin unvorstellbare Vernichtungskraft mit sich. Im «Krieg der Automaten» zählte das Leben eines Einzelnen nichts.

Offiziere und Soldaten auf einem Kasernenareal. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Farbe wirkt die ferne Vergangenheit nah. Für «Weltenbrand» haben Spezialisten historische Filmsequenzen restauriert und koloriert. ZDF

Das Töten dauerte vier Jahre lang. Bis zum Waffenstillstand von Compiègne am 11. November 1918 fanden rund 17 Millionen Menschen den Tod. Doch damit nicht genug. Der Erste Weltkrieg wurde zum Nährboden für den Nationalsozialismus in Deutschland und für den Faschismus in Italien – und damit auch zum Vorläufer des Zweiten Weltkriegs. Das Feuer, das 1914 entfacht wurde, erlosch erst 1945.

Didaktik

Die dreiteilige Reihe zeigt, wie 1914 zwischen den europäischen Grossmächten ein blutiger Konflikt begann, der erst mit dem apokalyptischen Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 ein Ende fand. Das Schwergewicht liegt dabei auf dem Verlauf des Ersten Weltkrieges, in dem drei Schlüsselereignisse beleuchtet werden: Der Kriegsbeginn, der Kampf um Verdun und die letzte deutsche Grossoffensive von 1918. Dabei deckt die Dokumentation unmissverständlich den Zusammenhang zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg auf.

Für die Dokumentarreihe wurden historische Filmsequenzen restauriert und koloriert. In Farbe erscheint die fern wirkende Vergangenheit plötzlich ganz nah. Szenische Rekonstruktionen verdeutlichen die Schlüsselerlebnisse von Männern, die durch den ersten Weltkrieg geprägt wurden und die ihrerseits im Zweiten Weltkrieg die Geschichte prägen sollten: Adolf Hitler, Bernard Montgomery, Charles De Gaulle, Hermann Göring, George S. Patton und Walter Model. Historiker ordnen die Geschehnisse nach dem neusten Stand der Forschung ein.

Stufe: Sek I, Sek II

Fächer: Geschichte

Stichwörter: Grosser Krieg, Attentat von Sarajevo, Franz Ferdinand, Entente, Mittelmächte, Schlieffen-Plan, Verdun, Gaskrieg, Stellungskrieg, Grabenkrieg, Materialschlacht, Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, Schützengräben, Ardennen

Produktion: Christian Frey, Annette von der Heyde. ZDF 2012

Verkauf: Nicht im Angeobt.

VOD: Bis 31.08.2017.

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