Wenige Schüler, hohes Bildungsniveau

Noch nie besuchten so wenige Kinder die Schweizer Schulen. Und noch nie war das Bildungsniveau der Eidgenossen so hoch. Diese und weitere Informationen enthält der neue Bildungsbericht 2014, der am Dienstag veröffentlicht wurde und ganze 300 Seiten dick ist.

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Bildungsbericht 2014: Kein reiner «Zahlensalat»

Gemessen an der Gesamtbevölkerung hat die Zahl der Schulkinder in der Schweiz einen historischen Tiefpunkt erreicht. Zu diesem Schluss kommt der am Dienstag veröffentlichte Bildungsbericht 2014. Die Experten rechnen jedoch mit einem künftigen Anstieg. Bis 2021 soll die Schülerzahl auf der Primarstufe um 10 Prozent ansteigen. Auf der Sekundarstufe werde ab 2017 mit einem Anstieg gerechnet.

Der Bericht zeigt weiter: Jeder dritte Erwachsene in der Schweiz verfügt heute über einen tertiären Bildungsabschluss. Vor 10 Jahren galt das nur für jeden vierten Erwachsenen. Das Bildungsniveau ist also hoch, und soll sich laut Prognosen in den nächsten Jahren weiter erhöhen. Gleichzeitig bleiben laut den Bildungsexperten auch die Berufsleute mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II wichtig für den Arbeitsmarkt.

Bildungsmonitoring

Diese und weitere Informationen zum Status Quo des Schweizer Bildungssystems finden sich im neuen offiziellen Bildungsbericht. Ganze 300 Seiten dick, liefert er die Basis für die Evaluation und Steuerung des Bildungssystems Schweiz. Künftig wird der Bericht, der jetzt zum zweiten Mal erarbeitet wurde, alle vier Jahre erscheinen und soll in der Schweiz ein wirksames Bildungsmonitoring ermöglichen.

Erstellt wurde dieser Bericht von der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) in Aarau. Auftraggeber sind das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und die Schweizerische Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).

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Fachbeiträge

Eine Lehrerin vor 3 Schülerinnen.

Keystone

Weitere gesammelte SRF-Beiträge zu den Themen Bildungspolitik und Schulwesen finden Sie in der Rubrik «Fachbeiträge».

Harmonisierung, Quoten und Anerkennung

Auf Grundlage des ersten Bildungsberichts 2010 haben sich Bund und Kantone 2011 gemeinsame bildungspolitische Ziele für den Bildungsraum Schweiz gesetzt:

  • Weitere Harmonisierung der obligatorischen Schule durch die Kantone
  • Erhöhung der Abschlussquote auf der Sek-II-Stufe
  • Langfristige Sicherstellung des prüfungsfreien Zugangs zu den universitären Hochschulen über die gymnasiale Maturität
  • Verbesserte internationale Anerkennung der Abschlüsse der höheren Berufsbildung
  • Erhöhte Attraktivität einer Karriere für junge Forscher
  • Validierung von nicht in der Schule erworbenen Lernleistungen

Bis diese Ziele erreicht sind, dürften noch einige Jahre vergehen. Eine Beurteilung dieses langjährigen Prozesses wäre noch verfrüht. Der Bildungsbericht 2014 enthält jedoch erste Hinweise, wo man in diesem Prozess steht.