Die Bostoner Klassizisten (4/4)

Im November 1620 brachte die Mayflower 120 europäische Pilger an die Küste von Neuengland - an Bord nicht nur die Hoffnung auf ein besseres, von religiöser Verfolgung freies Leben, sondern auch die Musik der Alten Welt.

Rund zwei Jahrhunderte später hatte sich Boston zur bedeutendsten Musikmetropole Nordamerikas entwickelt: man spielte Sinfonien der Wiener Klassik, erfreute sich an ballad operas britischer Provenienz. Schon damals galt Boston als ‚europäischste Stadt des Kontinents. Was bis heute so geblieben ist.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trat dann eine ganze Generation junger Bostoner Musiker die Rückreise ihrer Ahnen an, mit dem Ziel, in Europa ihr Komponistenhandwerk zu erlernen und zu vervollkommnen.

Zwar galten die Mitglieder der ‚Bostoner Klassizisten schon zu Lebzeiten als konservativ, aber mit dem an deutschen Konservatorien geschulten Sinn für melodienreichen Wohlklang legten sie immerhin das Fundament der amerikanischen Musik an.