Dem Teufel vom Karren gesprungen

  • Donnerstag, 29. Oktober 2015, 20:05 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 29. Oktober 2015, 20:05 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Freitag, 30. Oktober 2015, 2:05 Uhr, SRF 1
    • Freitag, 30. Oktober 2015, 11:15 Uhr, SRF 1

Wie kommt es, dass der Ziegenbock zum Symbol des Teufels wurde? Und was ist aus den rund 40 Ziegenrassen geworden, die es einmal in der Schweiz gab? Im zweiten Teil der «NETZ NATUR»-Dokumentation über Ziegen geht es darum, wie diese heute in der Schweiz gehalten werden.

Unsere frechsten Nutztiere haben einen teuflischen Charme und «NETZ NATUR» fragt nach, weshalb ausgerechnet dieses Teufelssymbol zu Ostern so gern verspeist wird.

Um 1900 gab es allein in der Schweiz rund 40 verschiedene Ziegenrassen, die genutzt wurden. Heute ist diese Vielfalt zum grossen Teil verschwunden. «NETZ NATUR» zeigt, wie die Menschen lebten, die auf die Ziegen angewiesen waren und weshalb die Ziege heute einen grossen Teil ihrer einstigen Bedeutung verloren hat.

Im Gegensatz zu früher gibt es nur noch wenige Ziegen-Herden, die professionell für die Käseproduktion, das Gitzifleisch oder für die Gewinnung von Ziegenleder gehalten werden. Einige alte Berg-Rassen verdanken ihr Überleben engagierten Profis, die Ziegen als wichtiges Element einer alternativen, ursprünglichen Berglandwirtschaft erhalten wollen. So gelang es etwa in einer abenteuerlichen Rettungsaktion von Bergbauern in der Südschweiz in Zusammenarbeit mit Pro Specie Rara, die Capra grigia, die Graue Bergziege, als Rasse zu retten und zu erhalten.

Ziegen sind bei freier Haltung ständig in Bewegung und vermeiden so, mit ihrem Kot in Kontakt zu kommen. Werden sie lange Zeit am selben Ort gehalten, werden sie krank. Auf Standweiden lassen sich Ziegen nur unter starken Antiparasiten-Medikamenten halten. Doch es bilden sich immer mehr resistente Krankheitserreger, die diese Ziegenhaltung bedrohen. «NETZ NATUR» zeigt auf, welche Auswege es aus dieser Situation gibt.

Auch die zweite «NETZ NATUR»-Ziegensendung nähert sich aus verschiedenen Blickwinkeln dem Wesen dieser faszinierenden Tiere und stellt die Frage, ob das älteste Haustier des Menschen in den Alpen überhaupt noch eine Zukunft hat: Wenn, dann nur dank natur- und traditionsbewusster Profis und weil viele Konsumenten naturnahe Landwirtschaftsprodukte schätzen. So haben vielleicht die naturgerecht gehaltenen Ziegen in den Alpen eine neue Chance.

NETZ NATUR ¦ SRF DOK