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NETZ NATUR Zusatzvideos «Stimme für die Fische»

Barben schwimmen entgegen
Legende: NETZ NATUR ¦ SRF DOK

  • Forellen-Sex ohne Romantik

    Ein eiskalter Novembermorgen am Inn unterhalb von Silvaplana. Die Fischereiaufseher ziehen ein grosses Netz gegen das Ufer. Sie wollen die laichbereiten Bachforellen einfangen. Das Netz soll die Fische nicht verletzen. Die grossen Forellen kommen in einen Transportbehälter und werden in die kantonale Fischzuchtanstalt gebracht. Dort betäuben die Fischereiaufseher die Forellen leicht mit Nelkenöl. Dann werden die Fische gestreift, das heisst, man presst den Weibchen die Eier und den Männchen die Samenflüssigkeit aus dem Hinterleib und mischt die Geschlechtsprodukte sorgfältig mit einer Feder. So erfolgt die Befruchtung. Die befruchteten Eier kommen in runde Brutbecken. Nach 4 Monaten schlüpfen die jungen Forellen und werden wieder in die Natur zurückgebracht. Auch die Eltern, von denen sie abstammen, werden wieder in die Gewässer ausgesetzt. Dieser Laichfischfang der Forellen erfolgt, weil im Winter die Oberengadiner Seen um 1.5 Meter abgesenkt werden und dadurch der Inn streckenweise trockenfällt. Hätten die Forellen in der Natur abgelaicht, würde auf diesen Flussabschnitten der Laich vertrocknen. In natürlichen Bächen mit ganzjähriger Wasserführung setzt Graubünden auf Naturverlaichung und führt nur in Ausnahmefällen Forellenbesatz durch.

  • Gefiederte Fischer: Echtes Problem oder nur Ärger?

    Die Emotionen: Es steigt ein Fremder in deinen Garten und zieht vor deinen Augen frech ein Rüebli aus dem Beet. Es landet ein schwarzer Vogel auf deinem gepachteten Bach und in Kürze verschwindet eine schöne Äsche in seinem Schnabel. Das Ganze spielt sich in einem Gewässer ab, in dem die Äschen und Forellen eh schon ständig abnehmen und von Giftstoffen und der Klimaerwärmung bedroht sind. Da entlädt sich der Zorn des Fischers an den gefiederten Fischern. Die Zahlen: Beim Bestand von 2017 fressen in Schweizer Gewässern die fischfressenden Vögel (Kormorane, Gänsesäger, Graureiher und Haubentaucher) geschätzte 420 Tonnen wilde Fische im Jahr. Unter der Wasseroberfläche erbeuten Fische fressende Fische (Hecht, Zander, Egli, Forellen) geschätzte 1'200 Tonnen wilde Fische im Jahr. Fische fressende Vögel sind auf bestimmten Flussabschnitten für gefährdete Fischarten wie Äschen problematisch und werden dort legal auch gezielt bejagt und vergrämt. Vögel sind vor allem in solchen Gewässern für die Fische gefährlich, wo bereits verschiedene andere Faktoren die Fischbestände schwächen. Wo die Fische aber gesund sind und gute Bestände von jagenden Arten wie Zander oder Hechten leben, sind fischfressende Vögel zwar vielleicht ein emotionaler Ärger, aber in der Sache kein grosses Problem.