Bekenntnisse

«Ich las ein Gedicht des palästinensischen Dichters Mahmoud Darwisch, das mich so berührt hat, dass es mich von Avicennas Ode, die der konzeptuelle Hintergrund meiner Komposition geblieben ist, wegführte in die Gegenwart.

Symbol auf Orange
Bildlegende: SRF / Sébastien Thibault

Für mich aber ebenso verblüffend wie bestätigend, wenn Darwisch – ob bewusst oder unbewusst – in einer zentralen Strophe seines Gedichts ('Die Seele muss vom Reittier steigen und gehen auf ihren Seidenfüssen') unüberhörbar Avicennas mystische Tiefe erreicht, tausend Jahre später. Auf Gegenwart reagierend, wie ich es nicht anders kann, hoffe ich mit meinem Werk einen bescheidenen Beitrag zu leisten gegen die fortschreitende Verdinglichung des Menschen (samt seiner Seele), zur Rettung des Menschlichen in einer Zeit, die sich anderen Zielen verschrieben hat.»

Das collegium novum zürich und das Ensemble Contrechamps Genf stellt Hubers Komposition zwei neue Werke gegenüber: Alberto Posadas Ensemblewerk ist der erste Teil eines Zyklus, der sich auf die «Poetik des Raumes» des französischen Philosophen Gaston Bachelard bezieht. Während diese Uraufführung vom CNZ realisiert wird, präsentiert das Ensemble Contrechamps ein neues Werk des aus Kanada stammenden, in Frankreich lebenden Samuel Andreyev.

Samuel Andreyev: Trois pierres à ne pas jeter, für Violine solo und Ensemble (UA)
Alberto Posadas: Poética del espacio I (UA)
Klaus Huber: Die Seele muss vom Reittier steigen

Collegium Novum Zürich
Ensemble Contrechamps Genf
Kai Wessel, Contratenor
Maximilian Haft, Violine
Olivier Marron, Violoncello
Jessica Horsley, Baryton
Peter Rundel, Leitung

Konzert vom 16.11.18, Studio Ernest Ansermet Genf

Redaktion: Cécile Olshausen