Das JACK Quartet mit Luigi Nono und Anton Webern

Als sich Luigi Nono, der Inbegriff des «politischen Komponisten», Ende der Siebziger Jahre dem Streichquartett zuwandte, wurden ihm sogleich Traditionalismus und eine «Wende nach innen» vorgeworfen.

Doch Nono erklärte, er habe sich «keineswegs verändert; auch das Zarte, Private hat seine kollektive politische Seite». Und er erkannte gerade in der «Verinnerlichung» ein revolutionäres Element: «Das Ohr aufwecken, die Augen, das menschliche Denken, die Intelligenz».

Nonos Fragmente Stille. An Diotima dauern fast eine Dreiviertelstunde, Anton Weberns Sechs Bagatellen op. 9 gerade einmal vier Minuten. Doch beide Kompositionen eint die radikale Reduktion der musikalischen Mittel: Bei Webern führt sie zu komprimierten musikalischen Gesten, bei Nono zu einem subtilen Ausloten des Einzelklangs an der Grenze des Verstummens.

Wolfgang von Schweinitz: Plainsound String Quartet «Holy Howl» op. 57 (UA)
Anton Webern: Sechs Bagatellen für Streichquartett op. 9
Luigi Nono: Fragmente Stille. An Diotima, für Streichquartett

JACK Quartet

Konzert vom 24.08.13, Lukaskirche Luzern

Redaktion: Florian Hauser