Heinz Holliger: «Lunea»

Zwanzig Jahre nach «Schneewittchen» hat sich Heinz Holliger wieder an eine Oper gewagt. «Lunea» beschäftigt sich mit dem Dichter Nikolaus Lenau, den ein Schlaganfall mit 42 Jahren in Umnachtung stürzte. Ein Musiktheater der Extreme.

Symbol auf Orange
Bildlegende: SRF / Sébastien Thibault

Das Libretto von Händl Klaus zielt dabei nicht auf eine lineare biographische Schilderung ab, sondern lässt die schillernde Persönlichkeit des Dichters in 23 aphoristischen Gedankenströmen und Traumbildern manifest werden. Einige von Lenaus Texten, die Holliger musikalisch deutet, sind nur wenige Worte lang. In ihrer unerbittlichen Fokussierung auf das Wesentliche wirken sie wie Konzentrate einer Empfindung, die als «Weltschmerz» in die Ideengeschichte einging. Musikalisch unterstreicht Holliger den expressiven, zerrissenen Charakter der Texte.
In der «Neue Musik im Konzert XL» ab 20 Uhr senden wir den Mitschnitt der Uraufführung.

Heinz Holliger: «Lunea». Lenau-Szenen in 23 Lebensblättern
Libretto von Händl Klaus (2018, UA)

Christian Gerhaher: Lenau
Juliane Banse: Sophie von Löwenthal
Sarah Maria Sun: Marie Behrends / Karoline Unger
Ivan Ludlow: Anton Schurz
Annette Schönmüller: Therese Schurz
Philharmonia Zürich
Basler Madrigalisten
Heinz Holliger, Leitung

Aufnahmen vom 18./23./25.03.18, Opernhaus Zürich

Redaktion: Cécile Olshausen