Sendungsporträt

Die legendäre «Old Burma Road» führt Südostasien-Korrespondentin Barbara Lüthi und ihr Team durch drei faszinierende und hochaktuelle Länder: China, Burma und Indien. Es ist für sie eine Reise durch eine Welt im Wandel, in der die Menschen versuchen, aus dem was sie haben, das Beste zu machen.

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«Old Burma Road»

0:33 min, vom 28.8.2015

Die 1200 Kilometer lange «Old Burma Road» diente den Briten und Chinesen im Zweiten Weltkrieg als Versorgungsstrasse und auch heute spielt sie wieder eine wichtige geopolitische Rolle.

Auf einem Markt in Dali. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auf einem Markt in Dali. SRF

China – Wachstum um jeden Preis

Die Reise von Barbara Lüthi beginnt in China, dem Land, aus dem sie als ehemalige Korrespondentin acht Jahre lang berichtete. Ihr erstes Ziel ist die südchinesische Stadt Kunming, die Partnerstadt von Zürich. Waren beide Städte vor 30 Jahren noch gleich gross, zählt Kunming heute gleichviele Einwohner wie die Schweiz. «Das staatlich verschriebene Wachstum ist jedoch zweischneidig: Es löst eine unwiderstehliche Dynamik aus, bedeutet aber auch Zerstörung von Kultur und Umwelt», sagt Lüthi.

Ihre Reise entlang der «Old Burma Road» führt sie durch die Provinz Yunnan. «Hier zeigt sich China von seiner schönsten Seite», schwärmt Lüthi. So treffen wir eine Orchideenschützerin, die sich für Biodiversität und Nachhaltigkeit einsetzt. In der Stadt Dali entdeckt Barbara Lüthi einen einzigartigen Freiraum für Kreative, die sich den Regeln des Zentralkomitees entziehen. In einem Dorf der Naxi-Minderheit wohnt Lüthi bei einer Familie, die auf Ökotourismus setzt und so versucht, die Abwanderung zu verhindern.

In Ruili, der Grenzstadt zu Burma, dem heutigen Myanmar, geht Lüthi mit ihrem Team dem Milliardengeschäft mit Jade nach, die aus Burma eingeführt wird. Wie auch Teakholz, Edelsteine, Gas und Öl – der Rohstoffhunger Chinas ist unstillbar.

Heissluftballons in Pagan. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Heissluftballons in Pagan. SRF

Myanmar – 50 Jahre im Griff der Militärdiktatur

Die «Old Burma Road» führt das SRF-Team durch bergiges Gebiet weiter nach Myanmar. Das Land, das früher Burma hiess, war fünfzig Jahre lang im eisernen Griff der Militärdiktatur. Seit 2011 erlebt es eine politische und wirtschaftliche Öffnung.

Auf Zugfahrten durch das Gebiet der Shan-Minderheit erlebt Barbara Lüthi die Herzlichkeit der Burmesen. «Ich wurde immer wieder zum Essen eingeladen – auch wenn wir uns manchmal nur mit Händen und Füssen verständigen konnten.»

In Yangon, der ehemaligen Hauptstadt Rangun, spricht Barbara Lüthi mit mutigen Zeitzeugen. Darunter ist auch ein Regimekritiker, der die Brutalität der Militärregierung erfahren, aber den Kampf für Demokratie nie aufgegeben hat. Und sie trifft einen der mutigsten Chefredaktoren Burmas.

Die traumhaft schöne Landschaft Myanmars zieht nicht nur Touristen in den Bann. In der einmaligen Pagodenlandschaft Bagans erlebt Barbara Lüthi unvergessliche Momente. Am idyllischen Inle-Lake besucht sie die Familie eines Einbeinfischers und erfährt, wie der Tourismusboom die Natur – und damit die Lebensgrundlage der Fischer – bedroht.

Bengalische Hochzeit in Kolkata. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bengalische Hochzeit in Kolkata. SRF

Indien – Eine Welle aus Armut und Reichtum

Schliesslich erreichen Barbara Lüthi und ihr Team in Nordindien den Bundesstaat Assam, wo sie die grösste Flussinsel der Welt, Majuli Island, besuchen. Auf dem heiligen Fluss Brahmaputra begleitet sie einen Arzt, der gegen die Kindersterblichkeit ankämpft. Im Kaziranga-Nationalpark beobachtet sie das vom Aussterben bedrohte Panzernashorn und spricht mit Rangern über ihren riskanten Job.

Auf alten Handelsrouten führt die Reise nach Darjeeling, dem Herkunftsort des weltberühmten Tees. Aber auch der Sohn des wohl berühmtesten Sherpas der Welt, Tenzing Norgay öffnet ihr die Tür und zeigt sein Privatmuseum.

Mit der überfüllten Indian-Railway-Bahn trifft sie schliesslich in der 15-Millionen-Metropole Kolkata, dem ehemaligen Kalkutta, ein. Hier prallt Armut auf Reichtum. An einer bengalischen Hochzeit geniesst sie Farben, Klänge und Düfte.

«Indien ist für mich wie eine Welle: Wehrt man sich, geht man unter. Taucht man ein, kommt man auf der anderen Seite glücklich an».

Am Schluss der Reise ist Barbara Lüthi klar, warum sie in Asien bleiben will: «Ich möchte an einem Ort leben, wo die einzige Konstante der Wandel ist, und wo Menschen jeden Tag versuchen, aus dem was sie haben, das Beste zu machen.»

Das Team

Produzentin: Elvira Stadelmann, Andrea Pfalzgraf
Moderation: Barbara Lüthi
Kamera: Laurent Stoop, Marin Suter
Schnitt: Angelo Prinz, Hedi Bäbler
Musik: Martin Villiger
Tonmischung: Christof Grünig
Bildbearbeitung: Jürg Krebs (Folgen 1-2), Nicola Zwosta (Folgen 3-6)
Grafik: David Forster
Produktionsverantwortung: Franziska Wellinger
Redaktion: Frank Senn
Mitarbeit: Reto Vetterli
Leitung: Marius Born