Die eigensinnige Geigerin: Carolin Widmann

Geigen-Girlies nennt man sie auch gerne, die vielen jungen hübschen und gut ausgebildeten Geigerinnen. Carolin Widmann ist jung, schön und gut ausgebildet, aber sie passt trotzdem nicht ins Bild. 

Zu sehr mag sie die neue Musik, zu ungewöhnlich ist ihr Repertoire - so dass sie sich das Label «EIGENSINNIG» eingehandelt hat.

Eigensinnig, sagt sie, kommt vom eigenen Sinn, vom eigenen Willen. Dafür habe ich doch eigentlich mein ganzes Leben gearbeitet. Ich kann gar nicht anders - sonst würd ich eingehen. Oder explodieren.

Aufgewachsen ist sie in München in einer Familie, in der es meist zeitgenössisch klang. Man besucht gemeinsam Konzerte mit neuer Musik, Bruder Jörg (Widmann) spielt Klarinette und beginnt mit eigenen Kompositionen. Sie zeigt ihm vor, was man auf der Geige alles kann, er schreibt daraus die «Etudes». Vertrackte Musik, die ihr wiederum alles abfordert.

Und wenn es gar nicht gehen will und die Koordination von Kopf und Finger einfach nicht zusammenkommt, greift sie zu ihrer (offenbar bewährten) Violin-Killer-Methode: «Ich schliess‘ mich im Zimmer ein, ohne Essen und Trinken, und übe solange bis es geht.»

Erstausstrahlung: 06.01.13

Autor/in: Gabriela Kaegi