«Ich bin weder arm noch ängstlich!»

Mit 19 hatte Ethel Smyth, Tochter eines englischen Generalmajors, endlich ihren Wunsch durchgesetzt: sie reiste nach Leipzig und studierte dort Musik.

Energisch und kommunikativ webte sie Kontakte bis in allerhöchste Kreise, stritt mit Johannes Brahms und liess Kaiser Wilhelm II bei einem Dinner wissen, dass die Berliner Oper ein «Schweinestall» sei, was diesen amüsierte. In ihren mehrbändigen Erinnerungen entfaltet sich ein kultur- und zeitgeschichtliches Panorama, das wissenschaftlich noch kaum ausgewertet ist. In diesem «Parlando» von Birgit Kiupel berichten MusikerInnen und Wissenschaftlerinnen über bisher unbekannte Aspekte von Smyth's Beziehung zur Pianistin Elisabeth «Lisl» von Herzogenberg und zu ihrem Verleger Emil Herzka, werden ihre Oper «The Wreckers» und die Messe in D genauer vorgestellt.