Präzis aber ungeschönt - der Dirigent Michael Gielen

Michael Gielen blickt auf ein langes Musikerleben zurück. Seine Erinnerungen sind von einer erstaunlichen Präzision. Und absolut schnörkellos. Der Spross einer jüdischen Künstlerfamilie hatte seine musikalische Erweckung in Wagners Tannhäuser.

Wie ein Coup-de-foudre soll es gewesen sein, als er in einem Nazi-Propaganda-Film sass und ein einsames Horn die ersten Takte blies: «Kann das sein, dass etwas so schön ist?»

Nicht mit Schönheit, aber mit radikalen Neudeutungen feiert er dann seine grössten Erfolge als Opernchef in Frankfurt. Unter anderem auch mit Richard Wagner.

Ein Besuch vor fünf Jahren beim Dirigenten in seinem Heim in Mondsee, vor seinem 80. Geburtstag; wir wiederholen diese Sendung zu seinem 85. Geburtstag am 20.07.2012.

Autor/in: Gabriela Kaegi