Renata Tebaldi: «Wie ein Engel und ein böses Weib»

Bis zu ihrem Bühnenabschied galt Renata Tebaldi als eine der schönsten Stimmen des 20. Jahrhunderts. Purer Schöngesang ohne Affekte - so urteilten manche über die Stimme.

Doch die Sängerin verfügte auch über Raffinessen wie schwebende Gesangslinien oder glühende, frei flutende Spitzentöne. 

Als Primadonna assoluta der Mailänder Scala verkörperte «La Tebaldi» nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs alle Traumpartien des italienischen Fachs. Doch als Maria Callas die Bühne betrat, brach ein Divenkrieg aus, spaltete das Publikum und liess die Legenden blühen. Von nun an musste sich die Tebaldi ständig an der Callas messen lassen. Also verlegte sie ihren Wirkungskreis nach New York.

Auch wenn ihr die Rollen der Liebenden und Leidenden am meisten lagen, hat sie sich (zumindest im Aufnahmestudio) auch in Grenzbereiche vorgewagt. Dieses Jahr wäre Renata Tebaldi 90 Jahre alt geworden.

Autor/in: Hildburg Heider