BABOOM!!! Eine kleine Musikgeschichte der Atombombe

  • Freitag, 29. September 2017, 20:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 29. September 2017, 20:00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Sonntag, 1. Oktober 2017, 15:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

1945 töten die zwei Atombomben in Hiroshima und Nagasaki auf einen Schlag fast 100'000 Menschen. Ein Ereignis, das sich in der Musik niederschlägt. In Protestsongs. Aber nicht nur. In der Musikgeschichte der Atombombe zeigt sich auch eine Menge Sarkasmus und Verherrlichung der mörderischen Waffe.

Die typische Pilzwolke einer Atombombe nach der Zündung
Bildlegende: Atombombe gezündet von den USA über den Marshallinseln im Jahre 1952 Keystone

Am Morgen nach dem Fall der Bombe auf Hiroshima entsteht mit dem fröhlichen Western Swing-Song «Atomic Power» der erste Bombensong, der erste einer ganzen Reihe bizarrer Hits. Diese Lieder sind stets ein Sensor der Gesellschaft: Während sich in der ersten Welle der Bombensongs in den 50ern vor allem die Atombomben-Euphorie zeigt, verhandeln die US-Lieder in den 60ern die Angst der Bevölkerung vor einem atomaren Angriff der Sowjetunion: «I want to be normal in every way / But a mushroom cloud hangs over my dreams», singt etwa der RocknRoller Sammy Salvo.

Auch Japan verarbeitet die Atombomben in Liedern, doch explizit sind diese in den Jahren nach den Bombenabwürfen nicht. Denn Besatzung durch die USA bedeutet auch Zensur. Nur indirekt können die Atombombe und die schmerzlichen Spuren, die sie im Land der aufgehenden Sonne hinterlassen hat, besungen werden.

Atomkraft heisst nicht nur Atombombe, sondern auch Atomkraftwerke. Nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl bekommt die Bewegung gegen AKWs, die in den 70ern angefangen hat, neuen Auftrieb. Rund um den Globus setzen sich auch Musikerinnen und Musiker für eine Welt ohne Atomkraft ein. Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 gehen in Japan die Menschen auf die Strasse und Protestmusik wird zum zentralen Treiber in der Anti-Atomkraft-Bewegung.

Redaktion: Mariel Kreis