Cabaret Cornichon: mehr Unterhaltung als Widerstand

  • Freitag, 4. November 2011, 20:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 4. November 2011, 20:00 Uhr, DRS 2
  • Wiederholung:
    • Sonntag, 6. November 2011, 15:00 Uhr, DRS 2

Das erste Schweizerische Ensemble-Kabarett «Cornichon» war bekannt für seine politischen Nummern und hatte den Ruf eines antifaschistischen Widerstands-Kabaretts. Jetzt zeigt eine Studie: Die Politischen Nummern waren nur ein kleiner Teil des Cornichon-Programms.

Das Ensemble Cabaret Cornichon (u.a. mit Zarli Carigiet und Margrit Reiner) am Bahnhof in Horgen.
Bildlegende: Das Ensemble Cabaret Cornichon (u.a. mit Zarli Carigiet und Margrit Reiner) am Bahnhof in Horgen. Schweizerisches Cabaretarchiv Thun

Ein Wahnsinniger, der sich für Hitler hält oder ein Skilehrer, der Diktatoren in die Knie zwingt - solche Figuren waren Mitte der 1930er-Jahre auf den Bühnen im nationalsozialistischen Deutschland nicht zu sehen.

Nur ein bisschen politisch

Genau solche Nummern haben aber Cabaret Cornichon berühmt gemacht. Und sie haben der Formation den Ruf eines antifaschistischen Widerstands-Kabaretts eingebracht.

Die politischen Nummern machten aber in der Tat nur einen sehr kleinen Teil des Programms aus, wie der Historiker Peter Michael Keller in einer Studie jetzt erstmals belegt. Er zeigt auf, dass das Cornichon auf der Bühne und hinter den Kulissen politisch weniger angriffig war, als sein Ruf bis heute Glauben macht. 

Redaktion: Sabine Bitter