Die Mütter der Plaza de Mayo

Seit 40 Jahren setzen sich Mütter im Heimatland von Papst Franziskus für Gerechtigkeit ein. Begonnen hat ihr Kampf genau am 30.4.1977 mit einem ersten Protest auf der Plaza de Mayo. Heute betreiben sie eine eigene Zeitung, eine Buchhandlung, einen Radiosender und eine Universität.

Drei Frauen, eine davon älter und mit einem weissen Kopftuch, schreien Parolen an einer Demonstration.
Bildlegende: Nora Cortinaz (links) ist die Anführerin der «Madres de Plaza de Mayo». Reuters

Auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires ist ein kreideweißer Kreis aufgemalt: Genau hier versam­melten sich 14 Frauen, um gegen das Verschwinden ihrer Söhne zu demonstrieren. Das war rund ein Jahr nach dem Militärputsch in Argentinien. Sie trugen weiße Kopftücher und hielten Fotos ihrer verschwundenen Kinder in der Hand. Die Mütter demonstrierten friedlich gegen die Militärgewalt. Sie marschierten jeden Donnerstag im Kreis, weil Kundgebungen im Stehen verboten waren.
Die argentinischen Mütter wurden verprügelt, verhaftet, drei ihrer Anführerinnen sogar getötet. Doch sie gaben nicht auf. Die «Madres de Plaza de Mayo» wurden zum Symbol für Zivilcourage gegen die Militärjunta in Argentinien, die über 30.000 Menschen verschwinden ließ. - Wie hat diese Frauen ihr 40 Jahre langer Kampf um Gerechtigkeit verändert?

Redaktion: Anne Herrberg