Fremd-orientalisch oder lächerlich: Muslime in der Karikatur

  • Sonntag, 26. Mai 2013, 8:30 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 26. Mai 2013, 8:30 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 30. Mai 2013, 15:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Der Aufruhr um die Mohammed-Karikaturen ist nicht vergessen, immer mal wieder werden auch neue Zeichnungen publiziert. Muslime sind aber nicht erst seit kurzem ein beliebtes Motiv für Karikaturen, schon im 17. Jahrhundert gab es in Italien Zeichnungen von Muslimen.

Die dänischen Karikaturen, die im Jahr 2006 heftige Reaktionen auslösten, publiziert in der Zeitung «France Soir».
Bildlegende: Die dänischen Karikaturen, die im Jahr 2006 heftige Reaktionen auslösten, publiziert in der Zeitung «France Soir». Keystone

Die Muslime wurden im Kontext des drohenden Türkensturms lächerlich gemacht und vor allem als sehr fremd wahrgenommen. Dieses Motiv des fremden Muslimen zieht sich weiter, auch in England und Frankreich entstanden ähnliche Zeichnungen. Das Fremde ist dabei aber nicht immer negativ konnotiert, es kann auch dazu dienen, dem eigenen Publikum den Spiegel vorzuhalten.

Sehr kontrovers waren die jüngsten Mohammed-Karikaturen aus Dänemark. Die Zeichnungen entstanden wieder unter ganz anderen Vorzeichen, nämlich im Zuge einer allgemeinen Skepsis gegenüber dem Islam. Klischees über den Islam wurden verbreitet, wieder war der Islam nicht das Eigene, sondern das Fremde. Dabei ist der Grat zwischen Belustigung und Beleidigung sehr schmal.

Autor/in: Antonia Moser