Indianer bekehren: Die Mission des Martin Marty

Der Benediktiner Martin Marty aus Einsiedeln ging im 19. Jahrhundert in die USA, um dort die Indianer zum Katholizismus zu bekehren. Bei vielen hatte er Erfolg, doch nicht bei allen: Sitting Bull, ein «chief», widersetzte sich der Missionierung.

Der Missionar Marty wollte die Indianer zum Katholizismus bekehren. Doch einer wehrte sich.
Bildlegende: Der Missionar Marty wollte die Indianer zum Katholizismus bekehren. Doch einer wehrte sich. Keystone

Viele Indianer realisierten erst später, dass sie ihr neuer Glauben dazu zwang, ihre traditio­nellen Glaubensvorstellungen und damit auch viel von ihrer Lebensweise aufzugeben. Sie verloren einen wichtigen Teil ihrer Kultur. Die Missionierung wurde gar zu einem Trauma. Der Missionar Martin Marty hingegen wurde für sein Engagement bewundert und geehrt.

Der Historiker Manuel Menrath hat jetzt die Geschichte der katholischen Sioux-Indianer untersucht. Er kommt zum Schluss, dass in den USA die christlich-westliche Gesellschaft versuchte, andere Kulturen auszuschliessen. An diesem düsteren Kapitel der amerikanischen Geschichte war auch die römisch-katholische Kirche beteiligt.

Buchhinweis:
Manuel Menrath: Mission Sitting Bull - Die Geschichte der katholischen Sioux, Ferdinand Schöningh Verlag, 2016

Redaktion: Antonia Moser