Martin Walser und die Suche nach Rechtfertigung

Der Autor Martin Walser ist in seinem neuesten Buch «Über Rechtfertigung. Eine Versuchung» auf dem Weg, sich an Vorbilder für entscheidende Fragen des Lebens und des Glaubens anzunähern. Das Buch ist für ihn eine «Gewissenserkundung», sagt der 85-Jährige.

Gerechtfertigt zu sein, sagt Martin Walser, war einmal das Wichtigste. Staaten legitimieren sich durch Gesetze, Regierungen durch Wahlen. Aber wie ist es mit dem Einzelnen? Wir Einzelne, so die These des Schriftstellers vom Bodensee, haben die Rechtfertigung durch das Rechthaben ersetzt. Das nennt Walser «zu genügsam».

Um deutlich zu machen, was uns abhanden gekommen ist, geht er auf der Suche nach Formen der Rechtfertigung zurück in die Vergangenheit: zu Martin Luther und Max Weber, zu Nietzsche und Karl Barth.

Autor/in: Hansjörg Schultz