Der Traum vom Gehen: Neue Hoffnung für Gelähmte

Gehen statt im Rollstuhl sitzen: der Traum aller Querschnittgelähmten. In Lausanne wird intensiv daran gearbeitet. Nun vermelden Forscher von CHUV und EPFL spektakuläre Erfolge. «Puls» trifft einen jungen Zürcher, der sechs Jahre nach einem Sportunfall wieder erste Schritte machen kann.

David Mzee ist ein sportlicher junger Mann. Nach einem missglückten Salto in der Sportlehrer-Ausbildung landete er gelähmt im Rollstuhl.

Der 33-Jährige nahm als einer der ersten Patienten an einer Studie von EPFL Lausanne und Unispital CHUV teil. Das Ziel: gelähmten Menschen wieder Schritte zu ermöglichen. Ein Forschungsprojekt, das schon seit über 10 Jahren andauert und nun spektakuläre Ergebnisse vorzuweisen hat.

Das Westschweizer Fernsehen RTS hat den Weg von David Mzee von Anfang an begleitet. «Puls» zeigt, wie schwierig das Gehen ist, wie viel Anstrengung damit verbunden ist. Und es wird klar, wie viele Jahre Forschung hinter den heutigen Erfolgen stecken.

Erst an Ratten, dann am Menschen

Grégoire Courtine von der EPFL hat fast zwanzig Jahre seines Lebens damit verbracht, den Traum vom Gehen möglich zu machen. Zuerst mit Rattenversuchen: Den gelähmten Tieren wurde mit Medikamenten-Injektionen ins Rückenmark und vor allem mit elektrischer Stimulation quasi das Gehen wieder beigebracht, dazu kam wochenlanges Training.

Die Stimulation ging von einoperierten Elektroden-Plättchen aus, vergleichbar einem Herzschrittmacher. Diese senden Impulse an Nerven aus, präzis abgestimmt auf die Beinmuskel-Bewegungen.

Mit Hilfe der Neurochirurgin Jocelyne Bloch übertrug Courtine das Konzept auf den Menschen. Wie die beiden in einem aufsehenerregenden Artikel in der Zeitschrift «Nature» zeigen konnten, wuchsen bei Patienten teilweise sogar neue Nervenverbindungen um das verletzte Rückenmark.

Artikel zum Thema