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Gesundheitswesen Ärztliches Fachchinesisch einfach erklärt

Beim Spitalaustritt erhält der Patient einen Arztbrief. Dieser ist für den behandelnden Arzt wichtig – und verwirrt Laien meist. Medizinstudenten aus Deutschland haben sich diesem Problem angenommen.

Legende: Video Ärztechinesisch verstehen abspielen. Laufzeit 07:18 Minuten.
Aus Puls vom 07.09.2015.

«Sie leiden also unter Abdominalschmerzen» klingt wesentlich komplizierter, als wenn der Arzt zum Patienten «Sie haben also Bauchweh» sagt. Bis zu 80 Prozent der ärztlichen Informationen vergessen Patienten gleich wieder, oder haben sie gar nicht erst verstanden. Werfen sie dann noch einen Blick in den Arztbrief, sind sie endgültig verunsichert. Dieser ist eigentlich für den weiterbehandelnden Arzt gedacht und in präziser Fachsprache verfasst, die der Patient im Normalfall aber nicht versteht. Der Patienten selber erhält aber kein laienverständliches Schriftstück vom Arzt.

In der medizinischen Ausbildung ist man sich diesen Dilemmas zunehmend bewusst und legt grösseren Wert auf die Kommunikation. Trotzdem passiert es immer wieder, dass Ärzte sich nicht die Zeit nehmen können, ihre Patienten genügend verständlich über den Zustand und die Behandlung aufzuklären.

Hilfe aus Deutschland

In Dresden haben drei Medizinstudenten im Jahr 2011 eine Lösung für das Kommunikationsproblem zwischen Arzt und Patient gefunden: Auf der Website «washabich.de» können Patienten die Arztberichte einschicken. Medizinstudenten und einige Mediziner übersetzen sie dann kostenlos in eine verständliche Sprache. Wichtig zu wissen: Die eingereichten Befunde werden lediglich laientauglich aufbereitet – Zweitmeinungen sind hier keine zu haben.

Bis heute haben die Mitarbeiter von «washabich.de» bereits 25‘000 Arztbefunde übersetzt. Auch wegen der grossen Nachfrage fordern die Gründer von «washabich.de», dass beim Spitalaustritt künftig auch der Patient einen für ihn verständlichen Bericht erhält. Aktuell entwickeln sie deshalb eine Software, welche den Zeitaufwand für die Übersetzung möglichst klein hält.

Bald auch in der Schweiz

Das Inselspital Bern ist von der Notwendigkeit der verständlichen Arztberichte überzeugt und will die Mediziner unterstützen. Bald soll es deshalb auch eine Seite in der Schweiz geben, welche von Schweizer Studentinnen und Studenten betrieben wird. Dann haben die Patienten die Möglichkeit, ihre Arztberichte wie bisher in verständliches Deutsch und neu auch auf Französisch übersetzen zu lassen.

Arzt-Chinesisch und Laien-Deutsch

Pulmo: beidseits belüftet, sonorer KS, vesikuläres AG, keine RGs, keine KS-Dämpfung.Die Lunge wurde abgehorcht und abgeklopft. Alle Befunde waren normal (gesunde Lunge)
Prominente Gl. Parotis beidseits, NNH frei pneumatisiert.Die Ohrspeicheldrüsen (Glandula parotis) sind beidseits kräftig ausgebildet, die Nasennebenhöhlen (NNH) gut belüftet.
Obstipation Verstopfung
Angina tonsillarisEntzündung der Gaumenmandeln
Apoplex (Apoplexia cerebri)Schlaganfall
Exanthem Hautausschlag
Lumbago Kreuzschmerz / Hexenschuss
C2-AbususAlkoholmissbrauch
R51 (Cephalgie) Kopfschmerz
H10.3 (akute Konjunktivitis)Bindehautentzündung
J06.9 (akute Infektion der oberen Atemwege)Erkältung

1 Kommentar

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  • Kommentar von Helena Kohlscheen, Sao José dos Pinhais, Brasilien
    Hallo, Habe eben Puls von gestern im SRF gesehen. Dabei hat mich vor allem die Initiative der Medizinstudenten aus Deutschland gefreut, die unter "Was hab ich?" den Patienten das medizinische Chinesisch uebersetzen. Ich selber habe da nicht so viele Probleme, weil wir Kinder haben, die Medizin studiert haben und ich selber Arztsekretaerin war. Aber ich freue mich sehr ueber diese Initiative und gratuliere diesen Mitarbeitern. Freundliche Gruesse aus Brasilien
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten